Gesundheit ist Luxus: Armut in Brandenburg erhöht Krankheitsrisiko!
Erfahren Sie, wie Einkommensunterschiede die Gesundheit in Brandenburg beeinflussen und welche Regionen betroffen sind.

Gesundheit ist Luxus: Armut in Brandenburg erhöht Krankheitsrisiko!
In der heutigen Zeit, wo die Gesundheit immer mehr als Barometer für die Lebensqualität gesehen wird, zeigt eine aktuelle Studie, dass in Brandenburg eine alarmierende Verbindung zwischen Einkommen und Gesundheitszustand besteht. Der Morbiditätsindex des Bundeslandes hat so hohe Werte, dass er in der oberen Hälfte der Bundesländer rangiert, was bedeutet, dass die Krankheitslast hier besonders hoch ist, wie maz-online.de berichtet. Dieser Index gibt Aufschluss über die Krankheitsanfälligkeit der Bevölkerung und hat einen bundesweiten Durchschnitt von 1,0. Ein Wert über 1 zeugt von einer höheren Krankheitsbelastung.
Insbesondere der Faktor Einkommen spielt eine entscheidende Rolle: Menschen, die nur zwischen 15.000 und 20.000 Euro im Jahr verdienen, sind erheblich kränker und haben eine höhere Sterbewahrscheinlichkeit verglichen mit jenen, die mehr als 40.000 Euro jährlich verdienen. Regionen wie Elbe-Elster und Cottbus sind besonders stark betroffen, wo die Krankenkassenausgaben bis zu 19 Prozent über dem bundesweiten Durchschnitt liegen.
Gesundheitliche Ungleichheit und Kinder
Die Kluft in der gesundheitlichen Lage ist besonders bei Kindern gravierend. Kinder aus sozial schwächeren Familien weisen vermehrt Bewegungsstörungen und Übergewicht auf, und fast jedes vierte Kind aus einem niedrigen sozialen Status hat eine chronische Erkrankung. Das ist ein scharfer Kontrast zu den wohlhabenderen Familien, wo nur eines von zwölf Kindern betroffen ist. Diese Ungleichheiten werden auch in der Schulgesundheit sichtbar: 2024 zeigten 40 Prozent der Einschüler mit niedrigem sozialen Status Sprach- und Sprechstörungen, im Vergleich zu nur 14 Prozent bei ihren reicheren Altersgenossen.
Ein klarer sozialer Gradient zeigt sich hier: Je niedriger die sozioökonomische Position, desto geringer die Gesundheitschancen. Diese gesundheitlichen Ungleichheiten sind gut dokumentiert und wurden in verschiedenen gesundheitswissenschaftlichen und sozialepidemiologischen Studien ausführlich untersucht, wie auch die bpb.de bestätigt.
Rente und Erkrankungen
Doch nicht nur Kinder leiden unter diesen Bedingungen. Eine Studie zeigt, dass Brandenburger aufgrund gesundheitlicher Probleme früher in Rente gehen müssen: 2022 waren 18,45 Prozent der Neurentner gesundheitlich bedingt in Rente, während im bundesweiten Schnitt nur 15,78 Prozent vorzeitig aufhören mussten. Diagnosen wie Diabetes, chronische Schmerzen und Adipositas sind in Brandenburg weiter verbreitet als in anderen Bundesländern, während psychische Erkrankungen wie Depressionen erfreulicherweise seltener auftreten und Brandenburg 2023 die geringste Depressionsrate in Deutschland verzeichnete.
Diese gesundheitlichen Herausforderungen und die daraus resultierenden Ungleichheiten können nicht länger ignoriert werden. Es ist von entscheidender Bedeutung, dass Politik und Gesellschaft gemeinsam daran arbeiten, diese Unterschiede zu verringern und allen Bürgerinnen und Bürgern die Chance auf ein gesundes Leben zu ermöglichen. In Brandenburg ist dringender Handlungsbedarf gegeben, um ein gerechteres Gesundheitssystem zu etablieren, das Menschen in jeder Lebenslage unterstützt.