Rechtsradikale Anschläge auf Jugendclub in Lauchhammer – Staatsschutz ermittelt!

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Ein Angriff auf einen Jugendclub in Lauchhammer, Oberspreewald-Lausitz, wird mittlerweile vom Staatsschutz untersucht, da ein politischer Hintergrund vermutet wird.

Ein Angriff auf einen Jugendclub in Lauchhammer, Oberspreewald-Lausitz, wird mittlerweile vom Staatsschutz untersucht, da ein politischer Hintergrund vermutet wird.
Ein Angriff auf einen Jugendclub in Lauchhammer, Oberspreewald-Lausitz, wird mittlerweile vom Staatsschutz untersucht, da ein politischer Hintergrund vermutet wird.

Rechtsradikale Anschläge auf Jugendclub in Lauchhammer – Staatsschutz ermittelt!

Am frühen Sonntagmorgen, dem 3. November 2025, wurde der Jugendclub in Lauchhammer, im Landkreis Oberspreewald-Lausitz, zum Ziel eines gewaltsamen Angriffs. Dabei haben Unbekannte erhebliche Zerstörungen angerichtet, die laut ersten Schätzungen einen Gesamtschaden von etwa 1.000 Euro verursachten. Der Angriff, der mit der Zerstörung eines Briefkastens, der Durchtrennung von Kabeln und dem Einschlag einer Scheibe einherging, lässt den Verdacht eines politischen Motivs aufkommen. Der Staatsschutz hat die Ermittlungen übernommen und prüft einen möglichen rechtsextremen Hintergrund, wie n-tv.de berichtet.

Die hinterlassenen Schmierereien am Tatort, insbesondere die Buchstaben “JN”, deuten auf die Jungen Nationalisten hin, eine Jugendorganisation der rechtsextremistischen Partei “Die Heimat”. In den sozialen Medien äußerte der betroffene Verein Bunt-Rock, dass die Angriffe auf ihr Vereinsgebäude und den angrenzenden linksorientierten SüdClub schwerwiegende Zeichen einer zunehmenden Gewaltbereitschaft unter Rechtsextremen darstellen.

Immer wieder Angriffe auf Jugendeinrichtungen

Dieser Vorfall ist nicht der erste seiner Art in der Region. Bereits zuvor gab es dokumentierte Angriffe auf andere Jugendeinrichtungen in Südbrandenburg. Ein alternatives Projekt in Cottbus wurde beispielsweise mit Pyrotechnik angegriffen. Diese Angriffe markieren eine besorgniserregende Entwicklung in einem Umfeld, das seit Jahren von einem Anstieg rechtsextremer Straftaten geprägt ist. Die Zahl dieser Delikte stieg laut BKA-Statistik im Jahr 2024 um beachtliche 48 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Gerade unter Jugendlichen gibt es Anzeichen für eine wachsende Akzeptanz rechtsextremer Ansichten. Bei der letzten Bundestagswahl gaben rund zehn Millionen Menschen ihre Stimme der als “gesichert rechtsextrem” eingestuften AfD. Unter den 18- bis 24-Jährigen lag der Stimmenanteil sogar bei alarmierenden 21 Prozent. Die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung (DKJS) warnt vor einem „Rechtsruck“ in dieser Altersgruppe, insbesondere in Ostdeutschland, wo junge Menschen verstärkt nach Orientierung und Identität suchen und dabei extremistischen Ideologien anheimfallen können.

Radikalisierung durch soziale Medien

Soziale Medien spielen eine wesentliche Rolle bei der Radikalisierung junger Menschen. Sie bieten Raum zur Vernetzung und Verbreitung rechtsextremer Inhalte. Diese Entwicklung führt nicht nur zu einer Normalisierung rechtsextremer Symbole in Schulen und im Alltag, sondern auch zur Einschüchterung vieler Betroffener, die sich in öffentlichen Räumen zunehmend unsicher fühlen. Die Ermutigung durch einen Teil der Bevölkerung, die hinter rechter Gewalt steht, sorgt dafür, dass solche Attacken, wie der jüngste auf den Jugendclub in Lauchhammer, kein Einzelfall sein werden.

Die Anforderungen an die Gesellschaft sind klar: Mehr Polizei und härtere Strafen allein werden die Gewalt nicht stoppen. Es bedarf einer Stärkung von Gegenkulturen und einer gezielten Förderung demokratischer Jugendkulturen. Präventionsprogramme müssen langfristig installiert und kontinuierlich unterstützt werden, um den rechtsextremen Wind entgegenzutreten, der sich insbesondere im Osten Deutschlands verstärkt hat, wie Studien und Berichte, unter anderem von deutschlandfunkkultur.de, belegen.