Stallpflicht für Geflügel: Brandenburg kämpft gegen Vogelgrippe!

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In Oberspreewald-Lausitz bleibt die Stallpflicht für Geflügel aus. Brandenburg kämpft gegen die Vogelgrippe, die zahlreiche Tiere bedroht.

In Oberspreewald-Lausitz bleibt die Stallpflicht für Geflügel aus. Brandenburg kämpft gegen die Vogelgrippe, die zahlreiche Tiere bedroht.
In Oberspreewald-Lausitz bleibt die Stallpflicht für Geflügel aus. Brandenburg kämpft gegen die Vogelgrippe, die zahlreiche Tiere bedroht.

Stallpflicht für Geflügel: Brandenburg kämpft gegen Vogelgrippe!

In Deutschland sorgt die Vogelgrippe aktuell für große Aufregung und stellt die Geflügelhaltung vor massive Herausforderungen. In Brandenburg gilt mittlerweile fast flächendeckend eine Stallpflicht für Geflügel. Dies wurde nach einer Risiko-Einschätzung der Landkreise beschlossen, wobei alle Regionen außer Oberspreewald-Lausitz betroffen sind. Bei einem aktuellen Ausbruch sind bereits sieben Geflügelbetriebe in Brandenburg betroffen, was zur Tötung von rund 155.000 Tieren geführt hat. Ministerpräsident Dietmar Woidke bezeichnete die Situation als „besorgniserregend“ und rief die Landwirte zu größerer Wachsamkeit auf, da die Landesregierung vorerst keine allgemeine Stallpflicht für ganz Brandenburg plant, wie die MZ berichtet.

Um die Ausbreitung der Krankheit einzudämmen, ist vor allem die Einhaltung von Hygienemaßnahmen in den Betrieben gefragt. Agrarministerin Hanka Mittelstädt setzt dabei vor allem auf Freiwilligkeit. Sollte die Lage sich jedoch weiter zuspitzen, könnte eine landesweite Aufstellungspflicht zur nächsten möglichen Eskalationsstufe werden, die momentan jedoch als nicht angemessen erachtet wird. In anderen Bundesländern sieht die Situation nicht besser aus: In Baden-Württemberg mussten beispielsweise 15.000 Tiere getötet werden und auch in Mecklenburg-Vorpommern waren zwei Großbetriebe betroffen, in denen knapp 150.000 Legehennen getötet wurden, so ZDF heute.

Die Gefahren durch den Vogelzug

Die futtergebenden Vögel wie Gänse und Enten tragen erheblich zur Gefährdung der Bestände bei. Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) hat das Risiko für weitere Ausbrüche auf „hoch“ heraufgesetzt. Experten warnen, dass die Vogelgrippe in Deutschland ganzjährig verbreitet ist, sich aber besonders mit dem Vogelzug im Herbst verstärkt. Bislang wurden bundesweit 29 Ausbruchsherde bei Wildvögeln erfasst, hauptsächlich bei Kranichen, und es wird geschätzt, dass etwa 2.000 Kraniche an der Geflügelpest verendet sind. In Nordbrandenburg wurden über 1.000 tote Kraniche geborgen, was die besorgniserregende Lage hervorhebt.

Die wirtschaftlichen Auswirkungen für die Landwirtschaft sind derzeit nicht abzuschätzen, während die Tierseuchenkasse Landwirten, deren Geflügelbestand aufgrund der Krankheit getötet werden muss, teilweise Entschädigung zusichert. Der Kontakt zu toten Vögeln sollte vermieden werden, um eine Virusverbreitung zu verhindern. Für die Bevölkerung besteht aktuell kein erhöhtes Risiko schwerwiegender Erkrankungen durch das Virus HPAIV (H5N1), jedoch sollte man vorsichtig sein, da ein Übertragungsrisiko bei hohen Infektionsdosen besteht.

Maßnahmen für Geflügelhalter

Die Geflügelpest-Verordnung in Deutschland, die seit Oktober 2018 in Kraft ist, stellt strenge Anforderungen an Geflügelhalter. Diese sind verpflichtet, ihren Betrieb bei den zuständigen Behörden anzumelden. Dabei müssen Angaben zu Tieranzahl, Nutzungsart und Standort gemacht werden. Zudem sind Halter dazu angehalten, sämtliche Zu- und Abgänge sowie Aufzeichnungen über ihre Tätigkeiten zu führen. Derartige Regelungen dienen der lückenlosen Dokumentation und Bekämpfung der Tierseuche. Lebensmittel produzierte oder gewerbsmäßig mit Geflügel arbeitende Personen sind zudem verpflichtet, Schutzkleidung zu tragen, die desinfiziert oder sicher entsorgt werden muss, informiert die BMELH.

Die Lage ist angespannt, und die Landwirtschaft blickt besorgt auf die Entwicklungen, während die Tierhalter alles daran setzen, die Gesundheit ihrer Bestände zu schützen und den strengen Maßnahmen gerecht zu werden. Es bleibt zu hoffen, dass die Lage sich bald stabilisiert und eine weitere Ausbreitung der Vogelgrippe verhindert werden kann.