Vogelgrippe in Brandenburg: Frische Gänse werden rar!
Der Artikel beschreibt den aktuellen Ausbruch der Vogelgrippe in Brandenburg, der die Verfügbarkeit von Gänsen und Enten stark beeinflusst. Agrarministerin Hanka Mittelstädt informiert über die Lage und die getroffenen Maßnahmen.

Vogelgrippe in Brandenburg: Frische Gänse werden rar!
Die Vogelgrippe breitet sich derzeit mit alarmierender Geschwindigkeit über Deutschland aus, was insbesondere die Geflügelproduktion in Brandenburg betrifft. Laut einem Bericht der Borkener Zeitung wurden in diesem Bundesland bereits über 155.000 Tiere getötet. Agrarministerin Hanka Mittelstädt (SPD) warnte bei einem Besuch in Linum vor Panik und betonte, dass trotz der Situation keine Versorgungsengpässe bei Eiern zu erwarten seien. Während gefrorene Enten und Gänse nach wie vor verfügbar sind, bleibt die Verfügbarkeit frischer Ware rar – eine Situation, die an die Ausbrüche von 2016/2017 erinnert.
Die Auswirkungen der Vogelgrippe sind jedoch keineswegs nur lokal. Über 30 gewerbliche Geflügelhalter in ganz Deutschland mussten Tiere töten, wobei insgesamt rund 400.000 Hühner, Enten, Gänse und Puten bereits gekeult wurden, so die Tagesschau. Pläne zur Evakuierung von Betrieben sind in vollem Gange, da die Zahl der betroffenen Betriebe kontinuierlich steigt und die Lage als dynamisch eingeschätzt wird. Experten merken an, dass die Verknappung nur in bestimmten Bereichen gravierend sein könnte, während die Eierverfügbarkeit stabil bleibt.
Verfügbare Ware und Preisentwicklung
Im Hinblick auf die Einkäufe zum kommenden Weihnachtsfest gibt es derzeit keine Hinweise auf leere Regale, betont Hans-Peter Goldnick, Präsident des Zentralverbands der Deutschen Geflügelwirtschaft. Er schätzt, dass etwa 20 Prozent der Gänse von deutschen Produzenten stammen und somit die Versorgung während der Feiertage sichergestellt ist. Auch wenn die Preise für Eier einen Anstieg von 10 bis 15 Prozent zum Jahreswechsel 2026 erfahren könnten – größtenteils bedingt durch überfällige Preisanpassungen – gibt es keinen direkten Zusammenhang mit der Vogelgrippe.
Die Lage wird auch durch die Hygienemaßnahmen beeinflusst, die sowohl in der industriellen als auch in der privaten Geflügelhaltung strikt eingehalten werden müssen. Die Tagesspiegel berichtet, dass letzte Saison bis zu zwei Millionen Tiere wegen der Vogelgrippe getötet wurden, und fordert eine bundesweite Stallpflicht für alle Geflügelbetriebe, um das Virus H5N1, das vor allem durch infizierte Wildvögel übertragen wird, einzudämmen.
Öffentliche Gesundheit und Sicherheit
Das Bundesinstitut für Risikobewertung hat bisher keine Belege gefunden, die auf eine Übertragung des Virus auf den Menschen durch Lebensmittel hinweisen. Dennoch wird empfohlen, Geflügelfleisch gründlich durchzukochen und vorsorglich auf rohe Eier oder Produkte von infizierten Tieren zu verzichten. Besonders die Meldung von über 2.200 Kranichen, die in Brandenburg wegen der Geflügelpest beigesetzt wurden, zeigt das dramatische Ausmaß dieser Tierseuche.
Die aktuelle Situation hat auch die Aufmerksamkeit auf die Branchenforderungen gelenkt, unter anderem für höhere Entschädigungen für betroffene Landwirte. Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer hat in dieser Angelegenheit gefordert, die Entschädigungszahlungen von 50 auf bis zu 110 Euro pro Tier zu erhöhen.
Angesichts der steigenden Zahl an Tierseuchenfällen und den damit verbundenen wirtschaftlichen Folgen sehen Viele die Notwendigkeit, strukturelle Veränderungen in der Massentierhaltung zu fordern. Die nächsten Monate dürften entscheidend sein, wie die Branche mit dieser Herausforderung umgeht und welche Maßnahmen zur Eindämmung der Epidemie zusätzlich ergriffen werden.