Neuer Kurs für den Tannenhof: Großveranstaltungen fallen weg!
Der Tannenhof in Werder (Potsdam-Mittelmark) hat Insolvenz angemeldet und plant Änderungen im Veranstaltungskonzept sowie Stabilität.

Neuer Kurs für den Tannenhof: Großveranstaltungen fallen weg!
Der Werderaner Tannenhof hat eine aufregende Wende in seiner Geschichte erlebt. Nach einem erfolgreichen Abschluss des Insolvenzverfahrens können die Verantwortlichen nun aufatmen. Insolvenzverwalterin Friederike Engelmann-Matz hat bestätigt, dass das Unternehmen in seiner Gesamtheit erhalten bleibt und alle Arbeitsplätze langfristig gesichert sind. Diese positive Nachricht folgt auf eine herausfordernde Phase, in der der Tannenhof, vor allem aufgrund von wetterbedingten Einbußen, viele Rückschläge hinnehmen musste. So wurde bei der letzten Schlagerparty ein Verlust von satten 40.000 Euro verzeichnet, da der Regen viele Besucher abschreckte. Auch sind die Themenwochenenden als unrentabel eingestellt worden, wie maz-online.de berichtet.
Mit einem Umsatz von vier Millionen Euro im Vorjahr hat der Tannenhof in der Vergangenheit durchaus seine Erfolge gefeiert. Doch seit Mai 2025 ist der Umsatz um 40 Prozent eingebrochen, was auf rückläufige Besucherzahlen und ein schwächelndes Wochenendgeschäft zurückzuführen ist. Diese Entwicklungen führten letztlich zur Beantragung der Insolvenz. Ein wesentlicher Faktor war auch eine hohe Nachforderung des Finanzamts, die sich als entscheidend herausstellte. Geschäftsführer Christian Mai, der seit 2019 im Unternehmen tätig ist, plant jetzt, einige grundlegende Veränderungen einzuführen, um das Unternehmen bestmöglich für die Zukunft aufzustellen. Er möchte unter anderem den Steuerberater wechseln und Geschäftsbereiche klarer voneinander trennen, um künftige Risiken zu minimieren, berichtet rbb24.de.
Geplante Änderungen und neue Strategien
Mit Blick auf die Zukunft hat die neue Ausrichtung des Tannenhofs bereits konkrete Formen angenommen. Wetterabhängige Großveranstaltungen, die sich in der Vergangenheit als unrentabel erwiesen haben, sind nun vom Tisch. Stattdessen wird man sich stärker auf den traditionellen Weihnachtsbaumverkauf konzentrieren, ein zentraler Bestandteil des Angebots, der bereits seit über 30 Jahren besteht. Der Weihnachtsbaumverkauf, inklusive der Möglichkeit zum Selbstschlagen, wird ebenfalls in diesem Jahr fortgeführt. Zudem plant der Tannenhof, seine Freizeitangebote aufrechtzuerhalten. Alpakawanderungen, Fußballgolf, Minigolf und gastronomische Angebote bleiben im Programm, während die Teilnahme am Baumblütenfest weitergeführt wird.
Ein weiteres Highlight wird die Eisbahn sein, die zwar wetterabhängig, vom 21. November bis 8. Februar betrieben werden soll, jedoch ohne die beliebte Schlittschuhdisco. Veranstaltungen für private und geschäftliche Feiern werden nach wie vor angeboten, trotzdem wurden die Öffnungszeiten auf Samstage, Sonntage, Feiertage und Brückentage reduziert. Auch die Oldtimer-Ausstellung unterliegt einer Neuausrichtung und wird künftig von einem erfahrenen Veranstalter durchgeführt.
Insolvenzen im Überblick
Die Situation des Tannenhofs ist keineswegs ein Einzelfall. 2024 haben in Deutschland insgesamt 21.812 Unternehmen Insolvenz angemeldet, was einen Anstieg um 22,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr darstellt. Gründe dafür sind unter anderem die Auswirkungen früherer und aktueller Krisen. Die Insolvenzzahlen steigen, jedoch bleiben solche Verfahren relativ selten im Verhältnis zu den Unternehmensschließungen insgesamt. Viele der betroffenen Firmen waren bereits seit mehreren Jahren am Markt, was zeigt, dass auch etablierte Unternehmen vor wirtschaftlichen Herausforderungen stehen, so die Informationen von ifm-bonn.org.
Mit diesen Änderungen hofft der Tannenhof auf eine Stabilisierung und eine positive Entwicklung in den kommenden Jahren. Der Fokus auf bewährte Angebote und sorgfältige finanzielle Planung könnte dem Unternehmen helfen, die Herausforderungen der letzten Monate erfolgreich zu meistern und wieder auf Kurs zu kommen.