Potsdam im Wohnungschaos: 2800 Wohnungen stehen leer trotz dringendem Bedarf!
In Potsdam-Mittelmark stehen trotz Wohnungsnot über 2800 Wohnungen leer. Ursachen und Lösungsansätze werden analysiert.

Potsdam im Wohnungschaos: 2800 Wohnungen stehen leer trotz dringendem Bedarf!
Die Situation auf dem Wohnungsmarkt in Potsdam und der Region Potsdam-Mittelmark könnte kaum dringlicher sein. Aktuelle Daten zeigen, dass in Potsdam 930 Wohnungen seit mehr als einem Jahr leer stehen, was etwa jeder hundertste Wohnung in der Stadt entspricht. Gleichzeitig herrscht ein Bedarf von 1700 Wohnungen, was die Diskrepanz zwischen Nachfrage und Angebot deutlich macht. Auch im Landkreis Potsdam-Mittelmark spitzt sich die Lage zu: Hier warten 1850 Wohnungen seit mehr als einem Jahr auf neue Mieter, bei einem Bedarf von 3100 Einheiten. Diese alarmierenden Zahlen stammen aus der Bevölkerungsbefragung des Zensus 2022 und zeigen, wie prekär die Wohnsituation ist berichtet die maz-online.de.
Der Neubau von Wohnungen hinkt den angestrebten Zielen erheblich hinterher. Jährlich müssten in Potsdam 2660 neue Wohnungen entstehen, davon 1440 in der Stadt selbst und 1220 in Potsdam-Mittelmark. Im ersten Halbjahr 2025 wurden allerdings nur 233 Baugenehmigungen in Potsdam und 431 in Mittelmark erteilt. Hohe Bauzinsen bremsen den Neubau zusätzlich, so dass die Sorgen der Bürgerinnen und Bürger weiter wachsen.
Ursachen für den Leerstand
Der Leerstand ist nicht nur eine statistische Zahl, sondern spiegelt auch die schwierige Realität wider: Kleinvermieter haben oft keine Lust mehr, ihre Objekte zu vermieten, aus Angst vor neuen Mietern und den damit verbundenen Herausforderungen. Auch in ländlichen Regionen, wo das Mietniveau niedriger ist, schrecken Sanierungskosten potenzielle Investoren ab. Gleichzeitig sind viele neu gebaute Wohnungen aufgrund der gestiegenen Bauzinsen nicht marktfähig. Diese Tatsachen führen dazu, dass zu viele Wohnungen leer stehen, obwohl gleichzeitig immer mehr Menschen auf Wohnungssuche sind stellt die tagesschau.de fest.
Ein Lichtblick könnte ein Zins-Programm des Bundes sein, das günstiges Baugeld bereitstellt und dadurch den Neubau ankurbeln könnte. Während im Koalitionsvertrag der Bundesregierung ein Investitionsfonds für den Wohnungsbau angekündigt wurde, bleibt abzuwarten, wann und wie dies umgesetzt wird. Immerhin sind die Zahlen erdrückend: In Deutschland stehen aktuell fast zwei Millionen Wohnungen leer, trotz eines eklatanten Mangels an Wohnraum.
Die regionalen Unterschiede
Die Situation ist jedoch nicht nur in Potsdam und Potsdam-Mittelmark angespannt. In ganz Deutschland zeigt die Statistik ein ähnliches Bild. So sind allein in Berlin mehr als 40.000 Wohnungen leer, während in München über 20.000 Einheiten auf neue Bewohner warten. Auch andere Städte wie Hamburg, Leipzig und Dresden sind betroffen, wobei fast 55 Prozent der leerstehenden Wohnungen seit mehr als einem Jahr unbewohnt sind. Gegenwärtig sind nur 38 Prozent der leerstehenden Wohnungen innerhalb von drei Monaten bezugsfertig ergänzt die tagesschau.de.
Die anhaltende Wohnungsnot trifft viele Menschen hart und setzt politischen Entscheidungsträger unter Druck, sinnvolle Lösungen zu finden. In den kommenden Jahren werden innovative Ansätze und Lösungen gefordert sein, um diesen Herausforderungen zu begegnen.