Potsdam wählt mit Noosha Aubel erstmals seit 35 Jahren eine Frau!

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Noosha Aubel wird neue Oberbürgermeisterin von Potsdam und tritt 35 Jahre SPD-Herrschaft entgegen – ein historischer Wahlsieg.

Noosha Aubel wird neue Oberbürgermeisterin von Potsdam und tritt 35 Jahre SPD-Herrschaft entgegen – ein historischer Wahlsieg.
Noosha Aubel wird neue Oberbürgermeisterin von Potsdam und tritt 35 Jahre SPD-Herrschaft entgegen – ein historischer Wahlsieg.

Potsdam wählt mit Noosha Aubel erstmals seit 35 Jahren eine Frau!

In einem überraschenden Wendepunkt für die politische Landschaft Potsdams wird Noosha Aubel die neue Oberbürgermeisterin der Stadt. Mit einem eindrucksvollen Stimmenanteil von 72,9 % setzte sich die parteilose Einzelbewerberin in der Stichwahl gegen den SPD-Kandidaten Severin Fischer, der 27,1 % der Stimmen erhielt, durch. Damit verlieren die Sozialdemokraten nach 35 Jahren den Chefposten im Rathaus, wie Tagesschau berichtet.

Die Wahl fand am 12. Oktober 2025 statt und markiert einen historischen Moment für Potsdam, da Aubel die erste Oberbürgermeisterin seit 1984 und die erste parteilose Oberbürgermeisterin in der Landeshauptstadt ist. Im ersten Wahlgang am 21. September hatte sie bereits mit 34,0 % deutlich vor Fischer (16,9 %) gelegen, verfehlte jedoch die absolute Mehrheit. Die Wahlbeteiligung lag bei 42,5 % in der Stichwahl, nachdem im ersten Wahlgang 55,5 % der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben hatten.

Ein starkes Fundament und Unterstützung von verschiedenen Parteien

Noosha Aubel, die in Hannover geboren wurde und in Düsseldorf aufwuchs, brachte vielseitige Erfahrungen mit. Sie war zuvor Bildungsbeigeordnete in Potsdam, trat aber aus Unzufriedenheit mit der Arbeit des abgewählten Oberbürgermeisters Mike Schubert (SPD) 2023 zurück. Aktuell ist sie Stadträtin für Bildung, Integration, öffentliche Dienste und Sicherheit in Flensburg. Laut Tagesspiegel erhielt sie in ihrer Wahl zahlreiche Unterstützungen von verschiedenen Parteien, darunter den Grünen, der Wählergruppe Die Andere, BfW und Volt.

Insgesamt haben sie in allen 131 Wahlbezirken gewonnen, und der Zuspruch war in Babelsberg Süd besonders stark, wo sie 86,7 % der Stimmen erhielt. Dies zeigt, dass die Potsdamer Wähler das Bedürfnis nach Veränderungen erkennen und unterstützen. In ihrer Funktion plant sie eine umfassende Transformation der Verwaltung und die Gründung einer “Wohnraumagentur”, um strukturell benachteiligten Bürgerinnen und Bürgern zu helfen.

Frauen in Führungspositionen auf dem Vormarsch

Noosha Aubels Wahl ist nicht nur ein Sieg für sie persönlich, sondern auch ein weiterer Schritt in Richtung Gleichberechtigung in der Kommunalpolitik. Der Frauenanteil im Bürgermeisteramt liegt in Deutschland bei lediglich 13,5 %, was bedeutet, dass weniger als jede siebte Gemeinde von einer Frau geleitet wird. Aubel ist erst die zweite Frau, die eine Landeshauptstadt als Oberbürgermeisterin führt, nach der ehemaligen Oberbürgermeisterin von Magdeburg, Simone Borris, wie DSTGB hervorhebt. Der Frauenanteil in Brandenburg liegt zwar bei 16,4 %, es gibt aber weiterhin erheblichen Handlungsbedarf, um mehr Frauen in Führungspositionen zu bringen. Simon Stocker, ein Forscher vom Institut für Sozialwissenschaften an der Universität Stuttgart, betont die Notwendigkeit standardisierter Daten, um Veränderungen in der politischen Landschaft zu dokumentieren.

Noosha Aubel wird nun in ihre achtjährige Amtszeit starten, die voller Herausforderungen und Chancen steckt. Ihr Ziel ist es, themenorientiert mit demokratischen Partnern eine stabile Mehrheit zu finden. Der Potsdamer Wahlkampf und das Ergebnis zeigen deutlich, dass gerade jetzt ein guter Wind für frische Ideen und eine andere Politik weht.