Gedenken in Potsdam: Erinnerungen an die Mauer und ihre Opfer

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Potsdam gedenkt am 10. August 2025 des Mauerbaus mit mehreren Veranstaltungen zur Erinnerung an die Teilung Deutschlands.

Potsdam gedenkt am 10. August 2025 des Mauerbaus mit mehreren Veranstaltungen zur Erinnerung an die Teilung Deutschlands.
Potsdam gedenkt am 10. August 2025 des Mauerbaus mit mehreren Veranstaltungen zur Erinnerung an die Teilung Deutschlands.

Gedenken in Potsdam: Erinnerungen an die Mauer und ihre Opfer

In Potsdam läuft in dieser Woche ein umfangreiches Gedenken an den Bau der Berliner Mauer, der am 13. August 1961 Realität wurde. Diese Maßnahme wurde unter der Führung von Walter Ulbricht, dem Machthaber der DDR, beschlossen. Mitarbeiter und Historiker erinnern sich an seine berüchtigte Aussage, dass „niemand die Absicht habe, eine Mauer zu errichten“ – eine Lüge, die später als eine der größten ihrer Art bezeichnet wurde, wie Tagesspiegel berichtet. Nur zwei Monate zuvor versicherte Ulbricht in einer Pressekonferenz, dass solche Pläne nicht existierten, während die DDR zu diesem Zeitpunkt bereits die Schließung ihrer Grenze nach West-Berlin vorantrieb.

Hintergrund dieser Entscheidung waren die täglich fast 300 Fluchtversuche von DDR-Bürgern, die sich in den Westen absetzen wollten. Diese Migrationsbewegung stellte die DDR vor massive wirtschaftliche Herausforderungen, die die Führung letztlich dazu bewegte, die Grenze zu schließen. Ulbricht drängte aus diesem Grund auf Unterstützung von der sowjetischen Führung, wie SWR berichtet. Am 11. August 1961 wurden dann die notwendigen Maßnahmen zur Errichtung der Mauer eingeleitet.

Gedenken und Veranstaltungen

Im Rahmen der Gedenkwochen finden mehrere Veranstaltungen statt. So wird am Dienstag, dem 12. August, in Berlin-Spandau an der Heerstraße Ecke Bergstraße eine Gedenkveranstaltung stattfinden, bei der auch der Potsdamer Baubeigeordnete Bernd Rubelt anwesend sein wird. Dies ist nur ein Teil des umfangreichen Programms, das am Mittwoch, dem 13. August, mit einer Gedenkfeier am Mauerdenkmal Griebnitzsee um 13 Uhr seinen Höhepunkt erreicht. Organisiert wird diese von dem Forum zur kritischen Auseinandersetzung mit DDR-Geschichte im Land Brandenburg, und als Sprecher werden Silvana Hilliger und Manfred Kruczek auftreten, wie Tagesspiegel informiert.

Der pompöse Gedenktag endet um 14 Uhr an der Glienicker Brücke, an welchem auch Hagen Wegewitz, Vorsitzender der Stadtverordnetenversammlung, und Torsten Wiegel, Kulturbeigeordneter, teilnehmen werden. Zudem wird am Abend ein gemeinsames Gedenken zum Mauerbau in Dallgow-Döberitz abgehalten. Potsdams Bürgermeister Burkhard Exner wird ebenfalls an dieser Veranstaltung teilnehmen, die seit 2014 eine ständige Erinnerung an die Teilung und deren Konsequenzen bietet.

Der Bau der Mauer

Der Bau der Mauer selbst war nicht nur eine Entscheidung der DDR-Führung, sondern wurde in enger Abstimmung mit der Sowjetunion getroffen. Ulbricht hatte jahrelang auf eine Schließung der Grenze gedrängt, und die Entscheidung wurde letztlich in Moskau, aber auf seinen ausdrücklichen Wunsch hin, genehmigt. Historiker argumentieren, dass Ulbrichts Forderungen und der wirtschaftliche Druck auf die DDR die entscheidenden Faktoren hierfür waren, so die Analyse auf bpb.

Die Mauer wurde schnell zu einem Symbol für die Trennung zwischen Ost und West und für die Tyrannei des kommunistischen Regimes. Hunderte Menschen verloren beim Versuch, die Mauer zu überwinden, ihr Leben. Diese traurigen und schmerzhaften Erinnerungen stehen im Mittelpunkt der aktuellen Gedenkveranstaltungen und sind ein eindringlicher Aufruf, die Geschichte nicht zu vergessen und aus ihr zu lernen.