Nostalgie in Templin: Erinnerungen an Familie Gierloffs Lebensmittelgeschäft
Erfahren Sie die historischen Erinnerungen an die Ernst-Thälmann-Straße in Templin und die Entwicklung des Lebensmittelgeschäfts Gierloff.

Nostalgie in Templin: Erinnerungen an Familie Gierloffs Lebensmittelgeschäft
In der Ernst-Thälmann-Straße tut sich gerade viel. Allein das neu eröffnete Lebensmittelgeschäft von Familie Gierloff hat Generationen geprägt und nun wird es von den steigenden Erinnerungen an einen geschichtsträchtigen Ort umrahmt. Marlies Born, die als älteste Tochter der Familie in Templin aufwuchs, hat das Foto aus der Serie „Historischer Guckkasten“ sofort erkannt. Die damalige Bäckerei gegenüber, zu der sonntags oft frischer Kaffee geholt werden musste, war für viele ein beliebter Treffpunkt. Hierbei ist es nicht verwunderlich, dass auch Klaus Preuß aus Milmersdorf, ein großer Fan des Guckkastens, sofort die Szenerie identifizieren konnte. „Das war ein ganz normales Leben, mit den Holztüren des Lebensmittelladens, die im Sommer offen standen“, erinnert sich Born.
Der Lebensstil und die Geschäfte in der Thälmannstraße sind sehr verbunden mit den Menschen, die dort lebten. So wurde in der Vergangenheit in der Bäckerei Konditor gelernt, und es gab sogar eine Imbissstube, die früh am Morgen öffnete. Von Rolf Prütz erfahren wir, dass es hier einst zwei Bäckereien gab, die sich um das Wohl der Gemeinde kümmerten. Renate Engel, die eng mit der Familie Gierloff verwandt war, kannte die Gegend gut und gab an, dass ein Konsum schräg gegenüber des Geschäfts stand.
Ein neues Kapitel – Die Kleine Zahnvilla
Im gleichen Atemzug eröffneten die Türen der „Kleinen Zahnvilla“ am 1. Dezember 2023 in der Ernst-Thälmann-Straße 33. Bald feiert das Gebäude seinen einhundertsten Geburtstag. Die Geschichte des Hauses reicht über interessante 100 Jahre zurück, mit Bauunterlagen, die 1928 eingereicht wurden. Mit den Worten von Bauherr Johann Radomski, einem Friseurmeister, bleibt die Vergangenheit lebendig. Ein „Spezial-Haar-Haus“ betrieb er einst in der Frankfurter Allee, bevor er sich an dieses neue Projekt wagte, das 1931 fertiggestellt wurde.
Die Architektur stammt von Adolf Mothes, dessen anderswo beachtete Bauwerke auch in anderen Gemeinden ein Zuhause gefunden haben. Die Ursprünge des Gebäudes sind vielschichtig; die ersten Mieter waren bald legacy in den Köpfen der Anwohner. Otto Kurtz eröffnete die Leihbücherei, gefolgt von Geschäften, die von Eisenwaren über eine Pizzeria bis hin zu einem Friseursalon reichten. Das Gebäude hat sich durch verschiedene Mieter und deren Geschichten enorm gewandelt.
Ein historischer Kontext
Die Straße, in der sowohl die Lebensmittelgeschäfte als auch die neue Zahnarztpraxis untergebracht sind, trägt den Namen von Ernst Thälmann, einem bedeutenden Politiker der Weimarer Republik. Thälmann war Vorsitzender der KPD und wurde von den Nationalsozialisten ermordet. In der DDR fand man seine Namen an vielen Orten, was auch nach der Wende 1990 für viel Diskussion sorgte. Momentan tragen in Deutschland noch 613 Straßen und Plätze seinen Namen, wobei jede dieser Straßen die Geschichte ihrer Zeit erzählt.
Die Erinnerungen an die Thälmannstraße sind vielschichtig und reichen in die Vergangenheit zurück. Es ist bemerkenswert, dass trotz aller Veränderungen und Verschiebungen die Menschen und ihre Erinnerungen bleiben. Die Eröffnung neuer Geschäfte, wie die „Kleine Zahnvilla“, ist ein Zeichen des Wandels und der Nähe zur Geschichte, die auch weiterhin in den Herzen der Menschen lebt. Ob beim Kaffee in der Bäckerei oder beim Zahnarztbesuch – der Geist der Thälmannstraße bleibt erhalten und mit Stolz getragen.