Uckermark verliert eine Legende: Brigitte Martins unvergessliche Sagenwelt

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Brigitte Martins Erbe in der Uckermark: Ihre Sagen und Geschichten bewahren regionale Kultur und Geschichte.

Brigitte Martins Erbe in der Uckermark: Ihre Sagen und Geschichten bewahren regionale Kultur und Geschichte.
Brigitte Martins Erbe in der Uckermark: Ihre Sagen und Geschichten bewahren regionale Kultur und Geschichte.

Uckermark verliert eine Legende: Brigitte Martins unvergessliche Sagenwelt

Im Herzen der Uckermark haben Geschichten eine lange Tradition, und nichts verkörpert das besser als das Wirken von Brigitte Martin. Die am 9. November 2025 verstorbene Autorin hinterließ ein eindrucksvolles Erbe, indem sie unzählige Sagen und Mythen der Region dokumentierte. Ihr Werk „Blütenblätter im Kaffee“ setzt sich intensiv mit Legenden auseinander, die aus der Zeit der Christianisierung stammen und tief in den alten Glauben der Uckermark eingetaucht sind. Darin finden sich unter anderem die packende Erzählung von Sabine, die im Sabinensee versank, sowie die Geschichte des roten Hans, der mit der Geschichte der Slawenburg verknüpft ist, und der schlafende Riese bei Neu Temmen.

Brigitte Martin, 1939 in Königs Wusterhausen geboren, erlangte bereits in der DDR Bekanntheit durch ihren Erzählband „Der rote Ballon“. In dieser Zeit war sie als Featureautorin im Hörfunk tätig und widmete sich insbesondere den Herausforderungen alleinerziehender Mütter. Ihre bemerkenswerte Biografie ist geprägt durch ihre Beziehung zu Robert Havemann, einem kommunistischen Widerstandskämpfer. Auch wenn die Trennung 1971 kam, hinterließ diese Verbindung Spuren. Martin wurde von der Staatssicherheit der DDR beobachtet, was sie nicht daran hinderte, kreativ zu sein und die uckermärkischen Mythen weiter zu erforschen.

Kreative Flucht

Um den Nachstellungen der Sicherheitsorgane zu entkommen, besetzte sie 1978 eine zum Abriss stehende Scheune in Arnimswalde. Diese Zeit nutzte sie, um Rastplätze an Orten zu gestalten, die mit den Legenden der Region verbunden sind. Ihre Kunstwerke sind an mehreren Orten zu finden, darunter in Libbesicke und bei der Fergitzer Kirche. Besonders eindrucksvoll ist die Skulptur ihrer Tochter Johanna, die an den legendären Sprung von Sabine am Sabinensee erinnert.

Die Geschichten, die sie sammelte, sind nicht nur Erzählungen, sie sind ein Teil des kulturellen Gedächtnisses der Uckermark. Ob es sich um mystische Figuren oder schaurige Ereignisse handelt, ihre Werke tragen dazu bei, die Faszination dieser Region lebendig zu halten. Der Uckermark Kurier besuchte Brigitte Martin 2015 und nahm Abschied von ihrer „Galerie Langer Stall“, wo ihre Kunst und ihre Leidenschaft für die Uckermark zum Ausdruck kamen.

Ein bleibendes Erbe

Ihr Tod hinterlässt eine große Lücke in der Kultur der Uckermark, denn Brigitte Martins schriftstellerisches Schaffen war unermüdlich und voller Lebensfreude. Die Erinnerungen an ihre Geschichten werden weiterhin in der Region erzählt, und die Mythen, die sie bewahrte, leben durch die Erzählungen weiterer Generationen fort. Mit einem guten Händchen für kulturelle Themen begab sich Martin auf eine einzigartige Reise zur Bewahrung der Sagenwelt, die nun ein Teil unseres gemeinsamen Erbes ist. Ihr Beitrag ist unvergesslich, und die Uckermark wird immer einen Platz für ihre Geschichten haben.