Unvergessliche Frauen der DDR: Isabel Kittler zeigt ihre Lebensgeschichten!
Isabel Kittler zeigt in Uckermark Porträts von DDR-Frauen, beleuchtet ihr Leben und plant ein begleitendes Buch.

Unvergessliche Frauen der DDR: Isabel Kittler zeigt ihre Lebensgeschichten!
Isabel Kittler, eine engagierte Lehrerin und Fotografin aus der Uckermark, erreicht bald ihr sechstes Lebensjahrzehnt. In ihrem Leben prägen zwei Kinder und die Arbeit mit Problemschülern ihren Alltag. Ebenfalls knüpft sie an kreative Projekte an und hat an der „Ostkreuzschule für Fotografie“ eine eindrucksvolle Porträtserie entwickelt. Diese Serie widmet sich dem Leben von Frauen, die in der DDR geboren und sozialisiert wurden, und soll deren oft übersehene Geschichten ins Licht rücken. Wie Nordkurier berichtet, fand die erste Ausstellung dieser eindrucksvollen Porträts im Oktober in Berlin statt.
Durch die Linsen Kittlers sehen wir Frauen, die gesellschaftliche Brüche erlebt haben und dadurch stark geprägt wurden. Die von ihr festgehaltenen Momente sind nicht nur ein eindringliches Zeugnis dieser Erfahrungen, sondern verleihen den Protagonistinnen auch eine Stimme, die in der öffentlichen Erinnerung oft fehlt. Bei den Recherchen zu diesem Projekt hat Kittler auch zwei Uckermärkerinnen, Rita Zepf und Ulrike Liehm, ins Gespräch gebracht, um ihre Geschichten zu erzählen und den Zuschauer:innen zu ermöglichen, hinter die Kulissen der Vergangenheit zu blicken.
Kraftvolle Geschichten und Perspektiven
Kittler plant, die Porträts in einem Buch zu vereinen, das sowohl Fotos als auch Texte und Zitate der Frauen umfassen wird. Damit möchte sie ein wichtiges Thema sichtbar machen und die Resilienz der Frauen in den Vordergrund stellen. Um die Produktionskosten ihres Buches zu decken, hat sie eine Crowdfunding-Kampagne gestartet. Damit zeigt sie sich nicht nur als kreative Kopf, sondern auch als pragmatische Macherin, die das Projekt in die Realität umsetzen möchte.
Das Leben der Frauen in der DDR war vielseitig und von vielen gesellschaftlichen Herausforderungen geprägt. Ein Blick auf die Entwicklungen dieser Zeit zeigt, dass die Rolle der Frauen häufig einseitig dargestellt wird, wie die Plattform bpb thematisiert. Oft wird lediglich das Bild der Traktoristin und Unterstützerin hervorgehoben, während die vielschichtige Realität der Frauen in der DDR nicht genügend gewürdigt wird. Trotz der Möglichkeit zur Erwerbstätigkeit blieben zahlreiche Aufgaben der Hausarbeit und Kindererziehung fast ausschließlich Frauensache.
Dies funktioniert jedoch nicht ohne Widerstand und Eigensinn, der in vielen Biografien der betroffenen Frauen sichtbar wird. Die Herausforderungen und Möglichkeiten, mit denen sie konfrontiert waren, werden in Kittlers Arbeiten thematisiert und zeigen, dass der Blick über den Tellerrand oft notwendig ist, um die reale Geschichte zu verstehen.
Was bleibt also von den Frauen, die in dieser speziellen Zeit geboren wurden? Kittlers Projekt bietet einen wertvollen Beitrag zur Antwort auf diese Frage. Es öffnet Dialoge über Erinnerungen, Identität und die oft versteckten Geschichten in der DDR-Geschichte. Für Geschichtsinteressierte und Fotofreunde wird es sicherlich ein fesselndes und bereicherndes Werk sein.