Gedenken in Chemnitz: Stolpersteine erstrahlen nach Putzaktion am 9. November!
Am 9. November 2025 gedenkt Chemnitz mit einer Putzaktion und Lesung der Opfer der Reichspogromnacht an Stolpersteinen.

Gedenken in Chemnitz: Stolpersteine erstrahlen nach Putzaktion am 9. November!
In Chemnitz wird am 9. November 2025 ein besonderer Tag des Gedenkens an die Opfer der Reichspogromnacht begangen. An diesem Tag werden die insgesamt 360 Stolpersteine in der Stadt, die an den letzten Wirkungs- oder Wohnstätten der Opfer des Nationalsozialismus erinnern, gereinigt und gewürdigt. Die Aktion trägt den Namen „Lichterwege“ und wird von den Buntmacher:innen initiiert. Über 100 Unterstützer aus der Bevölkerung, darunter Pat:innen von Stolpersteinen, Vereine und Institutionen, nehmen an diesem bedeutenden Gedenken teil, um die Steine zu reinigen und Kerzen aufzustellen.
Stolpersteine sind nicht nur aus Beton gefertigte Würfel, sondern tragen auch Messingplatten mit den Namen und Lebensdaten der Opfer der nationalsozialistischen Verfolgung. Gunter Demnig, der Initiator dieses Projekts, begann 1992 mit der Verlegung und hat mittlerweile weltweit über 100.000 Stolpersteine an verschiedenen Orten installiert, um die Erinnerung an die Verfolgten wachzuhalten. Damit ist das Projekt zum größten dezentralen Denkmal der Welt geworden. Die Steine sind flächenbündig im Gehweg eingelassen und regen Passanten dazu an, über die Geschichte der einstigen Nachbarn nachzudenken. Immerhin sind sie nicht nur eine Hommage an jüdische Opfer, sondern auch an Sinti und Roma, Homosexuelle, politische Dissidenten und andere Menschen, die von den Nationalsozialisten verfolgt wurden, wie es deutschland.de beschreibt.
Öffentliche Veranstaltung in Chemnitz
Anlässlich des Gedenkens findet am selben Tag um 19 Uhr eine musikalische Lesung in der Hartmannfabrik in der Fabrikstraße 11 statt. Diese Veranstaltung, organisiert von der AG Stolpersteine und den Buntmacher:innen, widmet sich den Novemberpogromen von 1938 und wird von Johannes Göbel und Martin Mock durchgeführt. Es werden Gedichte des Dichters Erich Kästner sowie vertonte Tagebuchnotizen ausgewählt, um die schrecklichen Ereignisse von damals ins Gedächtnis zu rufen.
Die genauen Standorte der Stolpersteine sind auf der städtischen Website www.chemnitz.de/stolpersteine zu finden. Interessierte werden ermutigt, sich an der Putzaktion zu beteiligen oder die Veranstaltung zu besuchen. Fotos der Aktionen werden unter dem Hashtag #lichterwege auf den sozialen Medien der Stadt Chemnitz und der Buntmacher:innen geteilt, um ein weiteres Bewusstsein für die Erinnerungsarbeit zu schaffen.
Die Bedeutung der Stolpersteine und das Engagement der Bürger:innen manifestieren sich in dieser Gedenkaktion, die weit über Chemnitz hinaus Geschichtsbewusstsein schafft. Es zeigt sich deutlich: Das Erinnern an die Opfer der nationalsozialistischen Verfolgung und das aktive Gedenken sind auch heute noch wichtig. Denn wie Gunter Demnig sagt, „gibt es eine enorme emotionale Berührung“ beim Anblick dieser Gedenksteine und wir alle sind eingeladen, dieser Erinnerungsarbeit einen Platz in unserem Stadtbild und Herzen einzuräumen.
Für all jene, die mehr über die Stolpersteine und die damit verbundenen Themen erfahren möchten, sind weiterführende Informationen auf der Website www.chemnitz.de/gedenken9november zu finden.