Drogentote unter Jugendlichen: Experten fordern dringend Aufklärung!
Mecklenburg-Vorpommern sieht alarmierenden Anstieg der Drogentoten unter Jugendlichen. Experten fordern dringend umfassende Aufklärung und Maßnahmen.

Drogentote unter Jugendlichen: Experten fordern dringend Aufklärung!
Die Drogenproblematik in Deutschland ist besorgniserregend, insbesondere wenn es um junge Menschen geht. In Mecklenburg-Vorpommern stieg die Zahl der Drogentoten im Teenager-Alter alarmierend an, wie Welt berichtet. In den vergangenen Jahren sind bereits zwei Jugendliche im Alter von 13 und 15 Jahren an den Folgen des Drogenkonsums gestorben. Die Verantwortung, hier gegenzusteuern, liegt bei den Erwachsenen – doch es fehlt an einer umfassenden Aufklärung.
Birgit Grämke, Geschäftsführerin der Landeskoordinierungsstelle für Suchtthemen, fordert dringend mehr Maßnahmen zur Lebensrettung. Während die Zahlen früher im niedrigen einstelligen Bereich lagen, gab es zwischen 2020 und 2021 bereits 20 Drogentote. So wurden allein im Jahr 2022 elf, 2023 16 und 2024 wieder 15 Tragödien gemeldet. Besonders alarmierend ist der Fall eines 15-Jährigen, der nach dem Konsum von Pillen aus der Serie „Rote Super Marios“ starb. Ähnlich tragisch war der Tod einer 13-Jährigen nach der Einnahme einer hoch dosierten „Blue Punisher“-Pille. Der Zugang zu gefährlichen Substanzen ist für Jugendliche erschreckend einfach geworden und macht diese tragischen Fälle noch trauriger.
Aufklärung ist unerlässlich
Grämke betont, dass die junge Generation zwar auf der Suche nach einem Rausch sei, aber keineswegs sterben möchte. Sie brauchen jedoch mehr Wissen über die Gefahren, die mit Drogenkonsum einhergehen. In Mecklenburg-Vorpommern mangelt es an regelmäßiger Drogenaufklärung. Um dem entgegenzuwirken, wurden bereits 25 Drogenpräventionskräfte ausgebildet, ein zweiter Ausbildungskurs für weitere 25 ist in Vorbereitung. Diese Kräfte können allerdings nur nebenberuflich arbeiten und sind auf Anfrage tätig, was nicht ausreicht.
Ein Lichtblick sind die Schritte, die in Schwerin unternommen wurden, wo zwei Präventionskräfte eingestellt und ein eigener Aufklärungsplan entwickelt wurde. Auch drug-checking bei Veranstaltungen wird als sinnvoll erachtet und könnte vielen Konsumenten helfen. Der Neubrandenburger Oberbürgermeister Nico Klose weist jedoch darauf hin, dass es eine konkrete Drogenpolitik in Neubrandenburg zurzeit nicht gibt. Zudem zeigen Abwassertests hohe Drogen-Rückstände in der Stadt, was die Problematik weiter verdeutlicht.
Die bundesweite Situation
Der Zugang zu illegalen Drogen ist in den letzten Jahrzehnten immer einfacher geworden. Soziale Medien und Wettbewerbe unter Jugendlichen tragen dazu bei, das Konsumverhalten zu beeinflussen. Dirk Schäffer von der Deutschen Aids-Hilfe beschreibt das Unwissen über Drogenmischungen als großes Problem und fordert eine breitere gesellschaftliche Entstigmatisierung von Drogen sowie eine Reform der Drogenpolitik. Vor allem die positiven Effekte von Drogenkonsumräumen in anderen Ländern sollten nicht ignoriert werden. Diese haben in über 35 Jahren keinen einzigen Todesfall verursacht.
Um die Situation zu verbessern, ist umfassende Aufklärung gefragt. Nur durch konkrete Maßnahmen und einen offenen Umgang mit dem Thema können wir verhindern, dass noch mehr junge Menschen ihr Leben durch Drogen verlieren.