Grafikerin Inge Jastram mit 91 Jahren verstorben – ein Lebenswerk geht zu Ende
Inge Jastram, bedeutende Grafikerin aus Mecklenburg-Vorpommern, ist am 3. Oktober 2025 im Alter von 91 Jahren verstorben.

Grafikerin Inge Jastram mit 91 Jahren verstorben – ein Lebenswerk geht zu Ende
Mit großer Trauer nehmen wir Abschied von Inge Jastram, einer herausragenden Grafikerin und Illustratorin, die am 3. Oktober 2025 im Alter von 91 Jahren verstorben ist. Ihre Tochter Susanne Rast hat den Tod bestätigt und damit das Ende eines künstlerischen Lebens markiert, das in Deutschland seinesgleichen sucht. Inge Jastram hinterlässt nicht nur ihre Familie, sondern auch ein bemerkenswertes Werk, das über Jahrzehnte hinweg geprägt war und große Anerkennung fand. Laut n-tv wurde sie 1934 in Naumburg (Sachsen-Anhalt) geboren und studierte an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee von 1952 bis 1957. Ihr Diplom als Buchillustratorin erwarb sie 1957 und heiratete 1958 den Bildhauer Jan Jastram. Ein Jahr nach der Heirat machte sie sich mit ihrem Mann auf nach Rostock.
Die zahlreiche Anerkennung für ihr Schaffen blieb nicht aus. 2019 erhielt Jastram den Kulturpreis des Landes Mecklenburg-Vorpommern für ihr Lebenswerk. Dies war ein weiterer Höhepunkt in ihrer beeindruckenden Karriere, die zahlreiche Facetten beinhaltete. So wurde zu ihrem 90. Geburtstag in der Kunsthalle Rostock eine Retrospektive ausgestellt, die einen umfassenden Überblick über ihr künstlerisches Schaffen gab. NDR berichtet, dass Jastram viele großformatige Giebelbilder schuf, die heute an Hochhaus-Fassaden, wie in Rostock-Schmarl, zu finden sind.
Ein vielseitiges Werk
Inge Jastram war nicht nur als Buchillustratorin bekannt, sondern auch für ihre grafischen Arbeiten in Zeitungen sowie für beeindruckende Glasfenster und Wandgestaltungen. Ihre Rückkehr zur Buchillustration im Jahr 1979, in Verbindung mit der Auszeichnung für das “Beste Buch des Jahres” 1982, bewies ihr Talent und ihre Vielseitigkeit. Ab 1990 widmete sie sich verstärkt freien Arbeiten, welche oft Menschenbeobachtungen und Landschaften zum Thema hatten. Dabei lag ihr Fokus besonders auf der Darstellung von Frauen, zu denen sogar Porträts von Prostituierten zählten. Diese Themen spiegeln ein tiefes Interesse an sozialen Fragen wider und verdeutlichen ihr Engagement für die Benachteiligten in der Gesellschaft.
Die Künstlerin, die lange im Schatten ihres Mannes stand, zog zudem vier Kinder groß, von denen auch Jan und Susanne Jastram als Bildhauer tätig sind. Auch sie haben ein gutes Händchen für die Kunst und tragen das Erbe ihrer Mutter weiter. Bis Ende 2024 arbeitete sie in ihrem Atelier in Kneese und produzierte mit großer Leidenschaft dabei Radierungen und andere Kunstwerke.
Ein bleibendes Erbe
Inges Werke thematisierten häufig Ungerechtigkeit, soziale Kälte und Machtmissbrauch, was sie zur bedeutendsten zeitgenössischen Grafikerin in Deutschland machte. Ihr Einfluss ist durch ihre zahlreichen Ausstellungen und die Anerkennung ihrer Arbeiten in der Kunstszene weiterhin spürbar. Ihre großartigen Giebelbilder und anderen Kunstwerke bleiben in der Erinnerung der Menschen. Jastrams künstlerischer Sinn für Ausdruck und die Schärfe ihres Blicks auf gesellschaftliche Themen machen sie zu einer unverzichtbaren Persönlichkeit in der deutschen Kunstgeschichte.
Die Kunstwelt hat mit dem Tod von Inge Jastram einen großen Verlust erlitten, doch ihr Lebenswerk wird weiterhin in den Herzen und Köpfen der Menschen lebendig bleiben, die sich mit ihren Werken beschäftigt haben und sie schätzen.