Innenstädte in Mecklenburg-Vorpommern: Zukunft oder Aussterben?

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Leere Innenstädte in Mecklenburg-Vorpommern: Ursachen, Prognosen und Lösungsansätze – Diskussion am 10. November in Demmin.

Leere Innenstädte in Mecklenburg-Vorpommern: Ursachen, Prognosen und Lösungsansätze – Diskussion am 10. November in Demmin.
Leere Innenstädte in Mecklenburg-Vorpommern: Ursachen, Prognosen und Lösungsansätze – Diskussion am 10. November in Demmin.

Innenstädte in Mecklenburg-Vorpommern: Zukunft oder Aussterben?

In den letzten Jahren haben viele Innenstädte in Deutschland mit einer besorgniserregenden Situation zu kämpfen: Leere Geschäfte und ungenutzte Einkaufsstraßen sind keine Seltenheit. Besonders in Klein- und Mittelstädten Mecklenburg-Vorpommerns wird die Zukunft dieser zentralen Handelsplätze immer fraglicher. Wie die NDR-Redaktion berichtet, zeigen sich die Ursachen für den Rückgang in einer Vielzahl an Faktoren. Der Onlinehandel, Shopping-Center am Stadtrand, schrumpfende Einwohnerzahlen und veränderte Konsumgewohnheiten setzen dem stationären Einzelhandel zu.

Mit Blick auf diese Entwicklungen prognostizieren Wissenschaftler, dass die Tradition der Stadtzentren bald der Vergangenheit angehören könnte. Ein Umdenken ist unumgänglich: Neue Ideen sind nötig, um die Innenstädte wieder attraktiver zu gestalten. Dabei ist es entscheidend, dass Kommunen, Gewerbetreibende und die Bevölkerung gemeinsam nach Lösungen suchen. In dieser Woche, genauer gesagt am 10. November, soll bei einem NDR “Talk vor Ort” in Demmin über die Zukunft der Innenstädte diskutiert werden. Die zentrale Frage lautet: Haben unsere Innenstädte noch eine Zukunft?

Der Blick auf die Zahlen

Statista hat interessante Daten zur Lage der Innenstädte zusammengetragen. Statista weist darauf hin, dass die Schließung von 47 Filialen der Galeria-Karstadt-Kaufhof im Juni 2023 ein Alarmzeichen ist. Und das ist kein Einzelfall: Weitere Schließungen sind bereits für Januar 2024 angekündigt. Diese Entwicklung ist Teil eines größeren Umbruchs im Einzelhandel, der von einem langanhaltenden Attraktivitätsverlust der Innenstädte geprägt ist.

Ein entscheidender Faktor ist das veränderte Konsumverhalten der jüngeren Generation. Laut den Erhebungen sank der Anteil der unter 30-Jährigen, die die Innenstadt als Einkaufsort schätzen, von 75 % im Jahr 2015 auf nur noch 40 % im Jahr 2021. Die Corona-Krise hat diese negative Tendenz zusätzlich verstärkt. Der “Donut-Effekt”, der die Verschiebung des Konsums von den Stadtzentren in die Vororte beschreibt, wird von Experten zunehmend als bedrohlich für die Einnahmen der Innenstadt-Geschäfte erachtet.

Die zukünftigen Möglichkeiten

Doch es gibt Hoffnung: 45 % der Befragten wünschen sich nach wie vor Orte zum Verweilen und um Freunde zu treffen in den Innenstädten. Viele Verbraucher träumen von einem Funktionsmix, der das Einkaufen mit Wohnen, Arbeiten, Gastronomie und Freizeit verbindet. Und dabei bleibt die Einkaufsfunktion nicht ganz auf der Strecke: Produkte des täglichen Bedarfs, insbesondere Lebensmittel, werden weiterhin bevorzugt im stationären Handel gekauft. Die Herausforderung für Stadtplaner und Einzelhändler liegt darin, den Bedürfnissen einer sich wandelnden Gesellschaft gerecht zu werden.

Einige Diskussionen über die zukünftige Gestaltung der Innenstädte finden auch im Rahmen des NDR-Programms statt. In den Nachrichten von NDR 1 Radio MV wird immer wieder auf die Forderungen nach mehr Aufenthaltsqualität hingewiesen. Stimmten die Menschen über die Zukunft ihrer Innenstädte ab, könnten die Optionen kaum gegensätzlicher sein: Ja, mit neuen Ideen und politischem Willen; vielleicht, aber nur bei schnellen Veränderungen; oder nein, das Zeitalter der Innenstädte sei vorbei.

Eine entscheidende Rolle spielt jedoch die Politik, die sich aktiv beteiligen muss, um Wege aus der Krise zu finden. Die kommenden Wochen und Monate sind entscheidend, um den bedrängten Innenstädten eine neue Perspektive zu geben. Die Akteure in den Städten sind gefordert, den Dialog zu pflegen und gemeinsam an einer Lösung zu arbeiten, damit die Innenstädte nicht nur überleben, sondern sich auch weiterentwickeln können.