Pinnow zieht den Stecker: Ende der Fernwärmeversorgung in Sicht!

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In Pinnow, Landkreis Ludwigslust-Parchim, endet das überalterte Fernwärmesystem. Nutzer müssen bis 2030 umstellen.

In Pinnow, Landkreis Ludwigslust-Parchim, endet das überalterte Fernwärmesystem. Nutzer müssen bis 2030 umstellen.
In Pinnow, Landkreis Ludwigslust-Parchim, endet das überalterte Fernwärmesystem. Nutzer müssen bis 2030 umstellen.

Pinnow zieht den Stecker: Ende der Fernwärmeversorgung in Sicht!

In der Gemeinde Pinnow bei Schwerin, im Landkreis Ludwigslust-Parchim, stehen die Zeichen auf Veränderung. Hier sind aktuell 160 Haushalte an das Fernwärmenetz angeschlossen, doch dieses System hat nun sein Ende erreicht. Die Gemeinde hat beschlossen, dass die fast 30 Jahre alte Fernwärmeversorgung durch einen "geordneten Ausstieg" beendet wird. Dieser Schritt wurde durch die überalterte Technik und die extrem hohen Wärmeverluste von über 35 Prozent notwendig, wie NDR berichtet.

Was bedeutet das für die Anwohner? Ein Großteil der Nutzer hat bereits die Nutzung des Fernwärmenetzes aufgegeben, was die Grundkosten für die verbliebenen Nutzer erheblich in die Höhe treibt. Schließlich sind die Investitionen von drei bis vier Millionen Euro, die für eine Modernisierung der Anlage erforderlich wären, als unwirtschaftlich erachtet worden. Die Schließung der Anlage ist für in gut fünf Jahren geplant, wodurch sich für alle verbleibenden Nutzer die Notwendigkeit ergibt, ihre Heizsysteme umzustellen.

Warum ist das Fernwärmenetz so anfällig?

Ein weiterer Aspekt, der zur Entscheidung beiträgt, ist das Brennstoffemissionshandelsgesetz (BEHG), das CO2-Preise für Brennstoffe einführt und Anreize für Verbraucher schafft, ihren Energieverbrauch klimafreundlicher zu gestalten. Die Amt Crivitz hebt hervor, dass die durch die CO2-Bepreisung entstehenden Mehrkosten an die Endkunden weitergegeben werden. Diese Preisgleitklauseln konnten leider nicht im vollen Umfang berücksichtigt werden, da die rechtlichen Rahmenbedingungen sich noch in der Entwicklung befinden.

Zudem ist zu beachten, dass der Arbeitspreis an den Preis von Primärenergieträgern wie Erdgas gekoppelt ist, die der CO2-Bepreisung unterliegen. Dies könnte von 2021 bis 2025 zu einem sukzessiven Anstieg der Kosten führen, auch wenn die tatsächlichen Preissteigerungen im Heizwerk nicht in diesem Ausmaß zu erwarten sind. Diese Kosten werden ab diesem Jahr erstmals auf den Rechnungen als Sonderposten angezeigt.

Was kommt nach der Fernwärme?

Die Gemeinde Pinnow plant bereits, die Heizsysteme der verbliebenen Nutzer in naher Zukunft umzustellen. Eine Nutzerversammlung ist für einen Mittwochabend in Pinnow angekündigt, in der die Anwohner über die anstehenden Veränderungen informiert werden sollen.

Die Gründung eines kommunalen Eigenbetriebs zur Fernwärmeversorgung im Jahr 2007 und die Einführung klimafreundlicher Energieträger könnten zukünftige Lösungen sein, um die CO2-Mehrkosten zu minimieren und dem Klimawandel entgegenzuwirken. Angesichts der aktuellen Entwicklungen bleibt zu hoffen, dass Pinnow ein gutes Händchen hat, um seinen Anwohnern einen sanften Übergang und die notwendige Unterstützung zu bieten.