Betrüger in Neustrelitz: Rentnerin verliert tausende Euro beim Kartoffelkauf
Ein betrügerischer Kartoffelverkäufer in Neustrelitz belügt Senioren, während die Polizei ermittelt. Schützen Sie sich!

Betrüger in Neustrelitz: Rentnerin verliert tausende Euro beim Kartoffelkauf
In Neustrelitz, Mecklenburg-Vorpommern, sorgt ein Betrugsfall für Aufregung. Ein bislang unbekannter Kartoffelverkäufer hat eine 84-jährige Rentnerin über längere Zeit um mehrere tausend Euro gebracht. Der Mann bot ihr an, frische Kartoffeln direkt an die Haustür zu liefern – ein Angebot, das die Seniorin dankbar annahm. Berichten von NDR zufolge, tauchte der Betrüger zwischen 40 und 50 Jahren mehrfach bei der Frau auf und setzte sie unter Druck, was zu hohen Abbuchungen von ihrem Konto führte. Die Angehörigen der Frau bemerkten die unregelmäßigen Transaktionen, was die Polizei auf den Plan rief.
Besonders interessant ist, dass die Polizei aktuell nach einem etwa 1,80 Meter großen Verdächtigen sucht, der zuletzt in einem Blaumann gekleidet und mit einem weißen Transporter unterwegs war. Die Ermittler hoffen, mit Hinweisen aus der Bevölkerung den Täter fassen zu können.
Betrug auf verschiedenen Ebenen
Dieser Vorfall steht nicht für sich allein. Bereits im April 2024 kam es in Neustrelitz zu einem schwerwiegenden Betrugsfall, bei dem sich zwei Tatverdächtige als Kriminalpolizisten ausgaben. Sie hatten es auf einen 84-jährigen Geschädigten abgesehen. In einem Anruf täuschten sie vor, dass in der Nachbarschaft Wohnungseinbrüche stattfanden und boten an, Wertsachen zu „sichern“. Die verängstigte Frau übergab daraufhin Schmuck, Bargeld und sogar ihre EC-Karte mit Geheimnummer, was die Täter nutzten, um bereits 1000 Euro von ihrem Konto abzuheben. Der Gesamtschaden summierte sich auf fast 30.000 Euro. In diesem Fall wurden die Tatverdächtigen von der Polizei ermittelt und mussten sich am Mittwoch vor dem Amtsgericht in Waren verantworten, wie im Bericht von Nordkurier festgehalten.
Die aktuellen Entwicklungen können nicht losgelöst von einer besorgniserregenden Zunahme von Cyberbetrug an älteren Menschen gesehen werden. Laut dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) gab es im Jahr 2023 einen Anstieg von über 50 Prozent bei Betrugsfällen gegen Senioren. Dies liegt stark an der Professionalisierung der Betrüger, die mittlerweile immer raffiniertere Methoden anwenden und sich vor allem auf Online-Banking konzentrieren. Phishing-Angriffe, bei denen vermeintlich von Banken stammende E-Mails sensible Daten abfragen, sind dabei besonders häufig. Senioren stehen aufgrund der zunehmenden Digitalisierung des Bankwesens vor großen Herausforderungen, müssen sich oft erst mühsam Kompetenzen im Online-Banking aneignen und sind dadurch besonders anfällig für Betrügereien, wie Pflege-Panorama mitteilte.
Es wird also deutlich, dass der Schutz von Senioren vor Betrügereien mehr denn je notwendig ist. Angehörige und Freunde sind gefordert, ihren älteren Mitmenschen zu helfen und zu sensibilisieren. Denn im Internet und auch im persönlichen Kontakt ist das Misstrauen oft die beste Waffe gegen die Tricks der Betrüger.