Gemeindeschwester Inge: Rettung für ländliche Regionen in MV!
Regina Göritzlehner unterstützt seit 2023 als Gemeindeschwester die Gesundheitsversorgung in der Mecklenburgischen Seenplatte.

Gemeindeschwester Inge: Rettung für ländliche Regionen in MV!
In ländlichen Regionen wird die medizinische Versorgung immer mehr zum Thema. Besonders im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte, wo die Ärzteschaft in den letzten Jahren drastisch geschrumpft ist, spielt Regina Göritzlehner mit ihrem Projekt „Schwester Inge“ eine entscheidende Rolle. Die 58-jährige Gemeindeschwester ist Teil des 2023 ins Leben gerufenen Projekts Informationszentrum Gesundheitsamt (InGe), das sich zum Ziel gesetzt hat, eine Grundversorgung und Beratung für Menschen in ländlichen Gebieten bereitzustellen, wo es an Ärzten mangelt. Ostsee-Zeitung berichtet, dass „Schwester Inge“ nicht nur medizinische Grundversorgung bietet, sondern auch als Zuhörerin für die Sorgen und Nöte der Menschen agiert.
Geprägt von einem individuellen Ansatz, umfasst ihr Angebot Blutdruckmessungen und die Beantwortung von Fragen zu Pflege sowie sozialen Diensten. Diese niedrigschwelligen und anonymen Beratungsangebote haben in den letzten Jahren bereits etwa 3000 Ratsuchende erreicht und zeigen, wie wichtig solche Initiativen gerade in ländlichen Regionen sind, wo spezialisierte medizinische Dienste oft unzureichend vertreten sind.
Der Bedarf wächst
Die Herausforderungen der Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum sind nicht zu unterschätzen. Ein Argument, das häufig hervorgehoben wird, ist die ungleiche Verteilung von medizinischen Einrichtungen im Vergleich zu städtischen Gebieten. Laut der Bundeszentrale für politische Bildung gibt es dort deutlich weniger Ärzte pro Einwohner, was nicht nur die Erreichbarkeit von Fachärzten erschwert, sondern vor allem für die älteren Bürger, die oft eine höhere Krankheitslast haben, zu einem erheblichen Problem wird.
Die niedrige Bevölkerungsdichte in vielen ländlichen Gegenden führt nicht nur zu langen Anfahrtswegen für Patienten, sondern erschwert auch die wirtschaftliche Tragbarkeit von spezialisierten Ärzten, was bedeutet, dass viele in der Nähe lebenden Patienten oft auf den Hausarzt angewiesen sind. Ein Beispiel aus Mecklenburg-Vorpommern zeigt, dass 10.500 Kinder und Jugendliche mehr als 20 Kilometer vom nächsten Kinderarzt entfernt wohnen.
Ein Blick in die Zukunft
Obwohl das Projekt „Schwester Inge“ bis Ende 2026 über Mittel des Pakts zur Stärkung des öffentlichen Gesundheitsdienstes finanziert wird, bleibt die Frage nach der Zukunft der angebotenen Dienste bestehen. Die lokale Bevölkerung hat ein starkes Interesse an einer Fortsetzung und eventuell sogar einer Ausweitung des Projekts geäußert. Wie eine Gemeinde die Lebensqualität ihrer Bürger steigern kann, zeigt das Konzept auch beim Blick auf innovative Lösungsansätze wie telemedizinische Angebote oder mobile Gesundheitsdienste. Diese Ansätze könnten der Schlüssel sein, um die Gesundheitsversorgung in ländlichen Gebieten nachhaltig zu verbessern und einen echten Unterschied im Leben der Menschen zu machen.
Gemeindeschwester Regina Göritzlehner hat durch ihr Engagement und ihre Initiative bewiesen, dass es möglich ist, auch in Zeiten des Ärztemangels einen wertvollen Beitrag zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung zu leisten. Diese Formen der Grundversorgung erinnern nicht nur an historische Ansätze aus der DDR, sondern sind auch ein moderner und notwendiger Schritt in die richtige Richtung.