Wölfe in MV: Verkehrstote und Mysteriös verschwundene Rudel!
Steigende Wolfspopulation in Mecklenburgische Seenplatte: Fakten zu Verkehrsunfällen, illegalen Tötungen und Herausforderungen für Landwirte.

Wölfe in MV: Verkehrstote und Mysteriös verschwundene Rudel!
In Mecklenburg-Vorpommern erfreut sich der Wolf einer beständigen Zunahme seit seiner Rückkehr vor rund 20 Jahren. Diese Trendwende bringt allerdings auch Herausforderungen mit sich, denn die heimischen Wölfe müssen sich gefährlichen Situationen im Straßenverkehr stellen. Laut Ostsee-Zeitung haben im Nordosten Deutschlands bislang 66 Wölfe den Straßenverkehr nicht überlebt, wobei eine junge Wölfin Ende Oktober im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte vermutlich nach einem Autounfall verstarb. Agrar- und Umweltminister Till Backhaus (SPD) bekräftigte, dass der Straßenverkehr die Hauptgefahr für die Wölfe darstellt.
Diese gefährlichen Kollisionen sind jedoch nicht die einzige Bedrohung für die Tiere. Immer wieder müssen illegale Tötungen der Wölfe verzeichnet werden. In Mecklenburg-Vorpommern gab es insgesamt 15 bestätigte Fälle, doch die Dunkelziffer könnte weitaus höher sein. Diese Entwicklungen erschweren die wissenschaftliche Evaluation der Wolfspopulation, da viele Wölfe oder sogar ganze Rudel unter ungeklärten Umständen verschwinden, wie die NDR berichtet.
Regulierung und Herausforderungen
Die Rückkehr der Wölfe hat sowohl positive als auch negative Aspekte. Während Landwirte und Jäger den dringenden Bedarf an einer Regulierung der Wolfspopulation und rechtssicheren Abschussmöglichkeiten ausrufen, sieht der Gesetzgeber eine Herausforderung in der Schaffung eines rechtlichen Rahmens für die Tötung auffälliger Wölfe. Der Wolf ist bereits ins Jagdgesetz von Mecklenburg-Vorpommern aufgenommen, jedoch fehlen auf Bundesebene klare Vorgaben.
Im Jahr 2024 wurden in Mecklenburg-Vorpommern 94 Wolfsangriffe registriert, bei denen 384 Weidetiere getötet wurden. Im laufenden Jahr gab es bereits 44 Angriffe mit 153 getöteten Tieren, wie die Ostsee-Zeitung berichtet. Die Mehrheit der Angriffe betrifft Schafe und Ziegen, was besonders für die Tierhalter ein großes Problem darstellt.
Wölfe sind in der Region stark vertreten. Aktuell leben in Mecklenburg-Vorpommern 28 Rudel, fünf Paare und ein territorialer Einzelwolf. Zwischen Mai 2024 und April 2025 brachten 24 Rudel Nachwuchs zur Welt, was die Zahl der nachgewiesenen Welpen auf 93 steigert. Experten schätzen, dass sich insgesamt rund 2.500 Wölfe in Deutschland befinden, womit sie ein Thema von zentralem Interesse für die Naturschutzpolitik darstellen.
Finanzielle Unterstützung für Tierhalter
Um die finanziellen Auswirkungen von Wolfsangriffen abzufedern, erhalten Halter von Weidetieren Entschädigungen, sofern ein Herdenschutz gewährleistet ist. Bereits rund 275.000 Euro wurden in diesem Zusammenhang ausbezahlt. Dies ist ein wichtiger Schritt, um die Sorgen der betroffenen Landwirte zu minimieren.
Insgesamt zeigt die Entwicklung der Wolfspopulation in Mecklenburg-Vorpommern, dass auch die Rückkehr von Raubtieren an eine Reihe von Herausforderungen gebunden ist. Um eine Balance zwischen Naturschutz und den Bedürfnissen der Landwirte zu finden, braucht es dringend klärende Maßnahmen. Die Tiere sind zwar unter gesetzlichem Artenschutz, doch wird deren Schutzstatus gerade durch die zunehmende Tötung von Wölfen und den steigenden Konflikten mit der Landwirtschaft auf die Probe gestellt.