Rostocks Straßenbahn-Tram West: Bürgerentscheid gegen 100 Millionen Euro!
Rostock plant Bürgerentscheid zur neuen Straßenbahnlinie "Tram West". SPD sammelt Unterschriften gegen hohe Kosten und Naturschäden.

Rostocks Straßenbahn-Tram West: Bürgerentscheid gegen 100 Millionen Euro!
Die Diskussion um die neue Straßenbahnlinie „Tram West“ in Rostock sorgt für ordentlich Wirbel in der Stadt. Im Herbst 2026 sollen die Wahlberechtigten entscheiden, ob die Strecke von Reutershagen zum Zoo gebaut werden soll oder nicht. Geplant ist eine vier Kilometer lange Strecke, die rund 100 Millionen Euro kosten würde und zwei Millionen zusätzliche Fahrgäste pro Jahr anziehen soll. Doch nicht alle sind begeistert von diesen Plänen.
Die Rostocker SPD hat sich entschieden, gegen das Projekt vorzugehen und ein Bürgerbegehren zu initiieren. Thoralf Sens, der Fraktionschef der SPD, äußerte sich kritisch zu den hohen Kosten in Anbetracht der städtischen Schulden und warnt vor den ökologischen Konsequenzen: „Für den Bau müssten 53 Kleingärten und zahlreiche Bäume weichen“. Innerhalb einer Woche sammelte die Partei bereits hunderte Unterschriften, um die Bürger zur Abstimmung zu bewegen. Für einen erfolgreichen Bürgerentscheid sind jedoch mindestens 4.000 gültige Unterschriften notwendig, und die SPD hat das Ziel, noch mehr Unterstützung zu gewinnen.
Öffentliche Meinung und Bedenken
Auf dem Marktplatz in Reutershagen wurde ein Infostand aufgebaut, der zahlreiche Passanten mobilisieren soll, um ihre Unterschrift zu leisten. Die Kritik an der Strecke ist vielfältig: neben dem Verlust von Grünflächen wird auch die Anbindung des Friedhofs und der Wegfall von Parkplätzen für den Zoo als entscheidende negative Aspekte des Projekts angeführt. Wie die noch jungen Befragungen zeigen, gibt es unter den Bürgern in Reutershagen Bedenken, dass die neue Tram nicht nur die Natur beeinträchtigt, sondern auch den Verkehr mit einem neuen Kreisverkehr, für den wieder Ampelanlagen nötig wären, zusätzlich belasten könnte.
Doch nicht alle stehen dem Projekt skeptisch gegenüber. Für viele Rostocker ist die Straßenbahn als Schritt in eine nachhaltige Zukunft hoch im Kurs. Auch die Grünen unterstützen das Vorhaben und betonen die Wichtigkeit der Tram für den öffentlichen Personennahverkehr. Es ist ein spannendes Aufeinandertreffen von Interessen, die in den kommenden Monaten zu einem intensiven Austausch unter den Bürgern führen könnten.
Alternative Vorschläge und die Zukunft der Tram West
Zusätzlich zu den offiziellen Plänen gibt es auch alternative Vorschläge. Thoralf Sens hält eine B-Variante für sinnvoll, die eine Straßenbahnlinie in Gehlsdorf vorsieht. Diese Idee scheint bei vielen Passanten auf positive Resonanz zu stoßen. Die Frage bleibt jedoch, ob es tatsächlich zu einem Bürgerbegehren kommen wird und wie die Bürgerschaft auf diese Vorschläge reagieren wird.
Die Entscheidung über die neue Straßenbahnlinie könnte weitreichende Folgen für die Verkehrsinfrastruktur Rostocks haben. Die kommenden Monate werden zeigen, ob die „Tram West“ Realität wird oder ob die Anwohner und die SPD sie stoppen können. So oder so, die Diskussion hat gerade erst begonnen, und es wird spannend sein, wie sich die Meinungen in den kommenden Wochen entwickeln werden.
Für weitere Infos über die geplante Straßenbahnlinie, schauen Sie doch mal bei der Ostsee-Zeitung vorbei. Auch die Tagesschau bietet aktuelle Berichte zu diesen spannenden Entwicklungen.