Tote Fische an Rostocks Stränden: Krisenstab greift ein!
Am Strand von Rostock wurden am 28.09.2025 tote Fische angespült. Mögliche Ursachen sind Sauerstoffmangel und Überdüngung.

Tote Fische an Rostocks Stränden: Krisenstab greift ein!
In Rostock sorgt ein besorgniserregender Vorfall an den Ostsee-Stränden für Aufregung: Zahlreiche tote Fische wurden angespült, was die Stadt dazu veranlasste, einen Krisenstab einzurichten. Wie Deutschlandfunk berichtet, handelt es sich um verschiedene Fischarten wie Flundern, Schollen und Dorsche, die das Ufer verunreinigen. Die möglichen Ursachen für dieses Fischsterben scheinen im Sauerstoffmangel im Wasser zu liegen, der durch Überdüngung und die stetige Erhöhung der Wassertemperaturen begünstigt wird.
Diese Problematik ist nicht neu: Bereits ein Fischsterben im Oktober 2020 hatte ähnliche Ursachen, und die Gefahr für die Gesundheit ist offensichtlich. Das Gesundheitsamt hat die Bevölkerung gewarnt, vom Baden in der Ostsee abzusehen. Um die Lage besser zu verstehen und geeignete Maßnahmen zu ergreifen, wurde der Krisenstab eingerichtet. Dies zeigt einmal mehr, wie ernst die Situation an der Ostseeküste genommen wird.
Hintergründe der Ostsee-Verschmutzung
Das aktuelle Geschehen hilft, das große Bild der Ostsee-Risiken zu beleuchten. Laut einem Bericht von Tagesschau leidet die Ostsee unter Überfischung, steigenden Wassertemperaturen und einem Überfluss von Nährstoffen. Fischer Björn Fischer zieht nüchtern Bilanz: Die Bestände an Dorsch sind alarmierend gering, während die Heringe unter der warmen Wassertemperatur leiden und viel zu früh schlüpfen, was ihren Nachwuchs gefährdet.
Die steigende Wassertemperatur über dem globalen Durchschnitt hat zur Folge, dass Frischwasserzuflüsse über die Belte und Sunde abnehmen. Diese Entwicklung verdüstert die Aussichten für die gesamte marine Lebenswelt. Hohe Mengen an Nährstoffen aus Düngemitteln und Industrie belasten die Ostsee massiv, was alarmierend ist, da zwei Drittel der Seegraswiesen in den letzten 100 Jahren verschwunden sind.
Der Zustand der Ostsee
Der aktuelle Zustand der Ostsee bleibt nach den Ergebnissen des dritten holistischen Zustandsberichts von HELCOM, wie das Umweltbundesamt informiert, besorgniserregend. Trotz eines Rückgangs der Nährstoffeinträge sind immer noch 94 % der Ostsee eutrophiert, was die Artenvielfalt in den Meereslebensräumen beeinträchtigt.
Die Eutrophierung, eine Überdüngung durch Nährstoffeinträge, hat bereits zu Veränderungen in der Artenzusammensetzung und dem Vorkommen von Plankton geführt. Insbesondere die Bestände von Kabeljau und Hering befinden sich im Rückgang, hauptsächlich verursacht durch Überfischung, Sauerstoffmangel und den Klimawandel. Das berichtet auch die Screening-Studie, die mehrere Proben von Sedimenten, Fischen und Muscheln untersuchte, um die Vielzahl der Schadstoffe zu erfassen.
In Anbetracht dieser kritischen Entwicklungen ist es verständlich, dass Initiativen zur Verbesserung der Lage gefordert werden. Experten plädieren für die Einrichtung von Schutzgebieten und warnen vor den notwendigen Einschränkungen, die die Naturschutzmaßnahmen mit sich bringen könnten.
Die Situation an der Ostsee bleibt angespannt. Der Krisenstab in Rostock ist ein erster Schritt, um der Misere entgegenzuwirken. Hoffen wir, dass die Geschehnisse an den Stränden der Ostsee die Aufmerksamkeit auf die dringend benötigten Maßnahmen lenken, um die Gesundheit unserer Meere langfristig zu sichern.