Rufbus in Vorpommern: Fahrgäste fordern dringend Verbesserungen!
Der Rufbus in Mecklenburg-Vorpommern verbessert die Mobilität in ländlichen Regionen. Neue Angebote und Herausforderungen werden beleuchtet.

Rufbus in Vorpommern: Fahrgäste fordern dringend Verbesserungen!
Die Mobilität in ländlichen Regionen von Mecklenburg-Vorpommern nimmt endlich Fahrt auf, doch Vorpommern scheint noch etwas auf der Strecke zu bleiben. Während in den westlichen Landkreisen des Bundeslandes innovative Rufbus-Systeme bereits reibungslos funktionieren, hinkt Vorpommern-Greifswald bei der flächendeckenden Umsetzung hinterher. So können Bürger hier nur begrenzt auf flexibles Mobilitätsangebot zurückgreifen, wie die Ostsee-Zeitung berichtet.
Der Rufbus ermöglicht es den Menschen in den ländlichen Regionen, Busse bequem per Anruf oder QR-Code zu bestellen. So sind die westlichen Landkreise bereits gut abgedeckt, während Vorpommern-Greifswald mit nur 55% und Vorpommern-Rügen mit 70% verglichen mit anderen Gebieten noch Verbesserungsbedarf hat. Der bestehende Rufbus “Ilse” in Vorpommern-Greifswald bietet zwar eine gewisse Flexibilität, hat sich seit seiner Einführung im August 2018 jedoch nicht grundlegend verändert. Besonders problematisch ist, dass Schulbusse in den Ferien nicht fahren und die Bürger somit oft auf eigene Fahrzeuge angewiesen sind.
Finanzielle Unterstützung und geplante Erweiterungen
Ministerpräsidentin Manuela Schwesig kündigte an, dass bis zu 2,49 Millionen Euro für die Weiterentwicklung des Rufbussystems im Landkreis Vorpommern-Greifswald bereitgestellt werden. Laut Regierung MV stehen für 2024 insgesamt 13,5 Millionen Euro zur Verfügung, um ein landesweites Rufbussystem weiter auszubauen. Neben der Unterstützung in Vorpommern-Greifswald soll auch in Vorpommern-Rügen mit der Erweiterung des Angebots auf den Rufbus “VVR-Surfer” ein Schritt zur Verbesserung der Mobilität gegangen werden.
Aktuell gibt es bereits interessante Entwicklungen in anderen Landkreisen. Der Rufbus rubi beispielsweise wurde 2021 im Landkreis Rostock eingeführt und erfreut sich großer Beliebtheit. Ab dem 30. Juni 2023 wird das Angebot im Landkreis Rostock weiter ausgeweitet. Passagiere können den Rufbus nun überall dort nutzen, wo keine regulären Linienbusse verfügbar sind. Die Buchungsmöglichkeiten sind vielfältig – ob telefonisch, online oder über die App „MV FÄHRT GUT“.
Herausforderungen und Ausblicke
Trotz dieser Fortschritte stehen die Verantwortlichen in Vorpommern-Greifswald vor großen Herausforderungen. Es mangelt an Personal, Fahrzeugen und der notwendigen Datenbereitstellung für eine effektive Umsetzung des Rufbus-Systems. Auch Gespräche mit Verkehrsgesellschaften blieben bisher ohne die gewünschten Ergebnisse. Das hat die Initiative junger Menschen nicht davon abgehalten, eine Online-Petition zu starten, um ein besseres Rufbusangebot einzufordern.
Trotz dieser Schwierigkeiten gibt es Licht am Ende des Tunnels: Der Rufbus auf Usedom soll voraussichtlich zum 1. Januar 2026 starten. Damit zeigt sich, dass das gesamte Land langsam die Vorzüge eines flächendeckenden, flexiblen Nahverkehrssystems erkennt und weiter daran arbeitet, die Mobilität für alle Bürger zu verbessern. Mit der schrittweisen Einführung landesweiter Rufbuslinien könnte bald wirklich jeder auf die Flexibilität von Rufbussen zugreifen, ohne auf das eigene Auto angewiesen zu sein.