Tourismus in MV: Temperatursturz bei der Stimmung – Was steckt dahinter?
Mecklenburg-Vorpommern: Tourismus-Umfrage zeigt sinkende Stimmung und Herausforderungen durch Kosten, Personalmangel und geopolitische Risiken.

Tourismus in MV: Temperatursturz bei der Stimmung – Was steckt dahinter?
In den letzten Monaten gab es in der norddeutschen Tourismusbranche kein Grund zur Freude. Die Stimmung hat sich nach einer insgesamt guten Sommersaison deutlich verschlechtert. Lars Schwarz, Präsident des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes in Mecklenburg-Vorpommern, spricht von einer ernsthaften Konsumzurückhaltung. Dies bestätigt auch die jüngste Tourismuskonjunkturumfrage, die von den Industrie- und Handelskammern (IHKs) aus mehreren Bundesländern durchgeführt wurde und an der rund 600 Betriebe aus der Tourismusbranche teilnahmen. Nordkurier berichtet, dass die Untersuchung eine besorgniserregende Entwicklung aufzeigt.
Der Geschäftsklimaindex des Gastgewerbes bleibt mit 89 Punkten etwa konstant, während der Index in der Reisewirtschaft von 111 auf 107 Punkte gesunken ist. Diese Werte mögen auf den ersten Blick stabil erscheinen, doch die dahintersteckenden Probleme sind gravierend. Insgesamt bewerten 70 Prozent der befragten Betriebe ihre Lage als gut oder befriedigend, was jedoch nicht die Sorgen über hohe Kosten und Personalmangel ausblendet.
Schwierige Rahmenbedingungen
Immer wieder hört man von einem angespannten Umfeld: Hohe Arbeitskosten, steigende Preise für Energie, Lebensmittel und Rohstoffe setzen den Betrieben zu. Immerhin 84 Prozent der Unternehmen sehen Arbeitskosten als das größte Risiko für ihre wirtschaftliche Entwicklung. Besonders im Gastgewerbe wittern das fehlende Personal und die unsicheren Rahmenbedingungen gediegenen Wind. 56 Prozent der Umfrageteilnehmer äußerten sich besorgt über wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen, die sie als große Bedrohung empfinden.
Im Gastgewerbe zeigt sich, dass der Geschäftsklimaindex im Frühjahr 2024 eher stagnierte. Er liegt bei 89 Punkten, während die Reisewirtschaft einen leichten Rückgang zu verzeichnen hat. Wer es genau betrachtet, sieht eine besorgniserregende Entwicklung, da 33 Prozent der befragten Betriebe von einer ungünstigeren Entwicklung ihrer Geschäftslage ausgehen. Tourismus MV bestätigt diese negative Einschätzung.
Die Umfrage zeigt auch, dass die Mehrheit der Tourismusunternehmen nicht nur die eigene Lage kritisch sieht, sondern auch die zukünftigen Erwartungen verhalten sind. 24 Prozent der Betriebe rechnen sogar mit einer Verschlechterung der Geschäftslage, während 14 Prozent auf eine mögliche Verbesserung hoffen. Die Unternehmen sind deshalb gefordert, flexible Arbeitszeitmodelle zu gestalten und ihre Steuerstruktur zu überdenken, um die Herausforderungen zu meistern.
Fazit: Ein Blick in die Zukunft
Die jüngsten Entwicklungen im Bereich Tourismus und Gastronomie machen deutlich, dass in den kommenden Monaten einiges auf dem Spiel steht. In den Gesprächen mit Experten und Betroffenen wird schnell klar: Die Unsicherheiten bezüglich der geopolitischen Lage, die anhaltenden Krisen und der Rückgang der Inlandsnachfrage lassen die Unternehmen auf der Hut sein. Auf der anderen Seite bleibt der Wille zu wachsen und sich anzupassen stark ausgeprägt. Was bleibt, ist die Hoffnung auf eine Planbarkeit der Geschäftslage, für die nicht nur gute, sondern auch eine umfassendere wirtschaftliche Stabilität notwendig ist.
Mit dem richtigen Blick und einem guten Händchen werden die ansässigen Betriebe weiterhin ihr Bestes geben, um auch in der angespannten Lage ein gutes Geschäft zu machen. Es bleibt spannend zu beobachten, wie sich der Tourismus in der Region Mecklenburg-Vorpommern in den kommenden Monaten entwickeln wird.