DLRG auf Usedom: Wasserrettung braucht dringend bessere Alarmierung!
DLRG fordert Alarmierung bei Wasser-Notfällen in Vorpommern-Greifswald. Landkreis plant Runden Tisch zur Klärung von Einsatzverfahren.

DLRG auf Usedom: Wasserrettung braucht dringend bessere Alarmierung!
Ein dringlicher Aufruf aus der Wasserrettung: Die DLRG auf Usedom fordert, bei Notfällen auf dem Wasser vom Landkreis Vorpommern-Greifswald alarmiert zu werden. Laut Olliver Bartelt, dem technischen Leiter der DLRG-Ortsgruppe Insel Usedom Nord, gibt es gravierende Bedenken hinsichtlich der aktuellen Situation, da die Feuerwehr in Mecklenburg-Vorpommern (MV) die primäre Verantwortung für die Wasserrettung trägt. Angesichts der alarmierenden Zahlen – bis Ende Juli 2025 sind bereits 18 Menschen im Wasser gestorben, drei mehr als im Vorjahreszeitraum – wird die Dringlichkeit des Anliegens deutlich. Die Hälfte dieser tragischen Fälle geschah in der Ostsee, während die anderen in Seen und Hafenbecken stattfanden. Zum Vergleich: In Schleswig-Holstein gab es in diesem Jahr bislang nur einen Todesfall in der Ostsee.
Besonders erschütternd war der Herzschlag am Herrentag, als drei Männer in MV ertranken – zwei in Wolgast und einer in Crivitz. Bartelt weist darauf hin, dass die DLRG nur 500 Meter vom Unglücksort in Wolgast entfernt war und innerhalb von 15 Minuten eine Suchkette hätte bilden können. Dies zeigt, wie wichtig eine effektive Alarmierung ist.
Runder Tisch zur Klärung der Verantwortlichkeiten
In Reaktion auf diese Entwicklungen hat der Landkreis Vorpommern-Greifswald angekündigt, ein Gesprächsforum – einen „Runden Tisch“ – einzurichten. Bei diesem sollen Vertreter der Verwaltung, der Leitstelle, der Rettungsorganisationen und der Kommunen an einen Tisch kommen. Ziel ist es, klare Verantwortlichkeiten und Alarmierungsverfahren sowie eine dauerhafte Einsatzbereitschaft zu definieren.
Die DLRG-Ortsgruppe Usedom zählt 30 bis 40 aktive Mitglieder mit umfangreicher Einsatzerfahrung und könnte in der Nebensaison bis zu fünf Boote und einen Jetski einsetzen. In der Hauptsaison stünden bis zu drei Boote bereit, um schnell auf Notfälle reagieren zu können. Das zeigen auch die Ergebnisse der DLRG im Rahmen des Katastrophenschutzes in der Region. Im Landkreis Ludwigslust-Parchim ist die DLRG OG Zarrentin tätig, ebenso wie die DLRG Bezirk Wismar in Nordwestmecklenburg und andere Ortsgruppen in Vorpommern-Rügen und Rostock. Diese Gruppen können kleine bis mittlere Einheiten zur Wasserrettung mobilisieren.
Die Bedeutung der Schnelleinsatzgruppen
Die Einsätze dieser Schnelleinsatzgruppen (SEG) erfolgen im Einklang mit der täglichen Gefahrenabwehr und unterstützen die regulären Einsatzkräfte. Doch es sind die regionalen Leitstellen, die die Einsätze anfordern. Laut dem Fachgebiet Einsatz im Referat öffentliche Gefahrenabwehr und Katastrophenschutz werden die jährlichen Ausbildungspläne selbstständig erarbeitet und von den zuständigen Landkreisen bestätigt. Diese Strukturen sind entscheidend, um auch künftig eine effektive Wasserrettung gewährleisten zu können.
Die DLRG in Usedom sieht sich gut aufgestellt, doch mittlerweile wird deutlich, dass sämtliche Akteure im Wasserrettungsbereich kooperieren müssen, um tragische Vorfälle künftig besser zu vermeiden und schnelle Hilfe leisten zu können.