Wirtschaft in MV: Leichte Erholung trotz düsterer Ausblicke!
Wirtschaft in Vorpommern-Greifswald zeigt leichte Erholung, bleibt aber angesichts steigender Kosten unter Druck.

Wirtschaft in MV: Leichte Erholung trotz düsterer Ausblicke!
In Mecklenburg-Vorpommern tut sich was, auch wenn der Optimismus noch auf der Strecke bleibt. Eine aktuelle Umfrage der Industrie- und Handelskammern offenbart, dass die Unternehmen eine schwache Erholung in ihren Geschäften verzeichnen können. Rund 35 Prozent der befragten Firmen schätzen ihre Lage als gut ein. Das ist ein leichter Anstieg im Vergleich zu 32 Prozent im Frühsommer. Jedoch bleibt die Skepsis vorherrschend, denn nur 10 Prozent sehen optimistisch in die Zukunft, während 29 Prozent von einer pessimistischeren Einschätzung berichten. Insbesondere kleine Unternehmen sind stark gefährdet.
Die Zurückhaltung bei Investitionen macht sich ebenfalls bemerkbar. Lediglich 8 Prozent der Unternehmen planen Neueinstellungen, während 24 Prozent mit Personalabbau rechnen. 22 Prozent wollen ihre Ausgaben erhöhen, gegenüber 38 Prozent, die ihre Ausgaben reduzieren möchten. Trotz der Bundes-Sonderabschreibungen zur Ankurbelung der Investitionen zeigen sich kaum nennenswerte Ergebnisse. Die Unternehmen sind vor allem besorgt über steigende Kosten, insbesondere durch den ab 1. Januar 2026 geltenden Mindestlohn von 13,90 Euro.
Mindestarbeitsbedingungen in Mecklenburg-Vorpommern
Ein weiterer wichtiger Punkt betrifft die recently eingeführte Mindestarbeitsbedingungenverordnung (MinArbV M-V), die am 30. Mai 2025 in Kraft trat. Die Verordnung hat das Ziel, faire und transparente Bedingungen bei der Vergabe öffentlicher Aufträge zu gewährleisten. Diese Regelung legt verbindliche Mindestarbeitsbedingungen fest, die für Unternehmen gelten, die öffentliche Aufträge ausführen, und beinhaltet klare Vorgaben für die Einhaltung von Tarifverträgen und Mindestlohnsätzen von 13,50 Euro pro Stunde. Dies betrifft über eine Million Menschen in Norddeutschland, der Druck auf die Unternehmen wächst.
Zudem wird die Bürokratie als wesentliche Sorge der Unternehmen genannt. Viele sehen sich mit Verzögerungen bei Projekten konfrontiert. Die Unsicherheiten bei Energiepreisen und steigende Krankenkassenbeiträge kommen als weitere Belastungen hinzu. Auch der Fachkräftemangel bleibt ein Thema, hat jedoch an Dringlichkeit verloren. Immerhin zeigen die Exportaussichten nach erfolgreicher Zollverhandlungen eine leichte Verbesserung.
Wirtschaftswachstum und Konsumtrends
Das vergangene Jahr war durchaus beeindruckend, denn Mecklenburg-Vorpommern konnte ein Wirtschaftswachstum von 3,1 Prozent im ersten Halbjahr 2024 verzeichnen und war damit Spitzenreiter unter den Bundesländern. Dies belegen die Zahlen des Statistischen Landesamtes. Der rasante Anstieg verdankt sich hauptsächlich der robusten Wertschöpfung im verarbeitenden Gewerbe und dem Flüssiggas-Terminal in Lubmin. Im Gegensatz dazu folgte Hamburg mit einem Wachstum von 2,2 Prozent und Schleswig-Holstein mit 1,1 Prozent. Andere Bundesländer wie Baden-Württemberg und Thüringen leiden unter wirtschaftlichem Rückgang.
Aber auch hier ist das Holz nicht ganz trocken. Die gesamte deutsche Wirtschaft scheint auf eine Stagnation zuzusteuern. Konsumausgaben bleiben zurückhaltend, trotz steigender Reallöhne. Es bleibt abzuwarten, welche Impulse die neuen Regelungen und das Wirtschaftswachstum für die Unternehmen in Mecklenburg-Vorpommern bringen werden.