Zempin: Historische Fischerhütten werden zu Strand-Imbissen!
Die Gemeinde Zempin plant, leerstehende Fischerhütten in touristische Verkaufsstände umzuwandeln, um die Strandversorgung ab 2026 zu verbessern.

Zempin: Historische Fischerhütten werden zu Strand-Imbissen!
In Zempin an der Ostseeküste stehen die einst blühenden Fischerhütten vor einer Neugestaltung. Diese pyramidenförmigen roten Holzhäuser, die vor rund 15 Jahren eröffnet wurden, sind mittlerweile größtenteils ungenutzt. Die letzte Bastion der Ostseefischer im Ort hat sich stark verringert; von einstigen Fischern ist nur noch einer verblieben. Gründe für den Rückgang sind in den niedrigen Fangquoten und dem Alter der Berufsfischer zu finden, wie die Ostsee-Zeitung berichtet.
Die Gemeinde Zempin hat nun einen Plan gefasst, um das Potential der Hütten touristisch zu nutzen. Im Rahmen eines neuen Konzeptes sollen die historischen Fischerhütten in charmante Verkaufsstände umgewandelt werden, die Fischbrötchen, Getränke und andere Leckereien anbieten. Südamtsleiter René Bergmann kündigte an, dass hierfür eine ausführliche Begutachtung der Hütten notwendig sei. Es gilt zu klären, inwieweit der Verkauf von Lebensmitteln unter den derzeitigen Bedingungen möglich ist. Die Pläne zielen darauf ab, die Hütten bis zur Saison 2026 in einladende Anlaufstellen für Strandbesucher zu verwandeln.
Die Notwendigkeit von Investitionen
Um die Fischerhütten für die gastronomische Nutzung vorzubereiten, sind Investitionen in deren Zustand unabdingbar. Die Hütten befinden sich im Eigentum der Gemeinde, weswegen die Flächen für potenzielle Betreiber öffentlich ausgeschrieben werden müssen. Was zunächst als einfaches Vorhaben erscheint, birgt einige Herausforderungen und erfordert sorgfältige Planung.
Die Fischerwirtschaft in der Region sieht sich seit Jahren mit sinkenden Beständen konfrontiert. Sprotte, Hering, Dorsch und Scholle sind die Hauptzielarten der Ostseefischerei, wie die Informationen des Bundesamtes für Naturschutz besagen. Aufgrund der starken Bestandsrückgänge ist eine gezielte Fischerei oft nicht mehr möglich, was die lokale Fischerei unter Druck setzt.
Die Entscheidung über die jährlich festgelegten Fangquoten liegt beim Europäischen Ministerrat und berücksichtigt die Entwicklungen der Bestände sowie regionale Fanggebiete. Der Rückgang bei Hering und Dorsch führt dazu, dass die Anzahl der Fischer in Zempin immer kleiner wird, was wiederum die Notwendigkeit einer touristischen Umnutzung der hilflos gewordenen Fischerhütten verstärkt.