Rügens Bevölkerung im Wandel: Süden blüht, Norden schrumpft!
Die Bevölkerung Rügens sinkt weiter. Erfahren Sie, welche Gemeinden wachsen oder schrumpfen und warum.

Rügens Bevölkerung im Wandel: Süden blüht, Norden schrumpft!
Die Bevölkerungsentwicklung auf der Insel Rügen ist in den letzten Jahren ein heißes Thema, denn während der Süden der Insel anscheinend Aufwind hat, sieht es im Norden eher trübe aus. Wie die OSTSEE-ZEITUNG berichtet, ist die Einwohnerzahl Rügens seit 2013 kontinuierlich gesunken. Im Detail sind die Zahlen sogar erschreckend: Von rund 75.000 Einwohnern im Jahr 1989 blieb nur mehr eine Bevölkerung von 65.000 über. Insbesondere der Norden und Nordwesten der Insel zeigen deutliche Rückgänge, wobei die Gemeinde Neuenkirchen mit einem Rückgang von 17,33 Prozent trauriger Spitzenreiter ist.
In Neuenkirchen, das 1318 erstmals erwähnt wurde, nennen die Bewohner allein die Abgeschiedenheit und die mangelhafte Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr als Hauptgründe für ihren Auszug. Doch nicht alle Einwohner sind unzufrieden: Einige schätzen die ruhige Wohnlage und die Möglichkeit, im Home-Office zu arbeiten. Der Ort bietet Einkaufsmöglichkeiten, vor allem in der nahegelegenen Stadt Gingst, und die Umgebung bleibt staufrei – ideal für den Sommerurlaub. Allerdings gibt es auch Besorgnis über den verfallenden ehemaligen Konsum und die stockenden Feriendorfprojekte.
Befürchtungen und Perspektiven
Ein weiterer Punkt der Kritik betrifft die Infrastruktur – viele bemängeln die fehlenden Gesundheitsversorgungseinrichtungen, besonders für die älteren Bürger. Diese sind besonders betroffen, da der Rückgang in Neuenkirchen mit der Schließung von Wohnblöcken aus der Armeezeit in Verbindung gebracht werden kann. Ein echter Dämpfer für die Gemeinde, die sich dennoch bemüht, attraktiv zu bleiben.
Im Gegensatz dazu gibt es positive Nachrichten aus dem Süden der Insel. Dort hat die Gemeinde Lancken-Granitz einen leichten Zuwachs erlebt, und das trotz einer allgemeinen Abwärtsbewegung im Norden. Besonders die Nähe zu den beliebten Bäderorten Binz und Sellin macht den Ort attraktiv. Doch auch hier gibt es Herausforderungen: Der Ferienwohnungsmarkt hat sich drastisch reduziert – von 600 Gästebetten sind nur noch 400 übrig. Kleinvermieter haben begonnen, ihre Ferienwohnungen dauerhaft zu vermieten, um der sinkenden Nachfrage entgegenzuwirken.
Demografische Herausforderungen auf Rügen
Ein Blick auf die übergreifenden demografischen Trends in Deutschland zeigt, dass das Bevölkerungswachstum nicht gleichmäßig verteilt ist. Laut einer Prognose des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) könnte die Bevölkerung bis 2045 auf etwa 85,5 Millionen anwachsen, was einer Zuwanderung als Hauptursache zugeschrieben wird. Auch wenn Großstädte und wirtschaftlich starke Regionen wachsen, kämpfen ländliche Gebiete, besonders im Osten Deutschlands, gegen den Schrumpfungsprozess.
So wird der Altersdurchschnitt der Bevölkerung in Rügen voraussichtlich steigen, während die Zahl der erwerbsfähigen Bürger in einigen Landkreisen um bis zu 30 Prozent zurückgehen könnte. Hier betont die Tagesschau, dass die Integration neugewonnener Bewohner, ausreichende Fachkräfte und altersgerechte Wohnformen für die Zukunft enorm wichtig sind.
Zusammengefasst lässt sich sagen, dass Rügen vor einigen ernsthaften Herausforderungen steht, während sich der Süden vielleicht ein bisschen Hoffnung schöpfen kann. Besteht vielleicht doch die Möglichkeit, dass die pittoreske Insel ihren Weg zurück in die Erfolgsspur findet?