Wölfe in Mecklenburg-Vorpommern: Neue Rekordzahlen und Schutzaufruf!
Mecklenburg-Vorpommern verzeichnet 2025 ein Anstieg der Wolfsrudel mit 28 Rudeln und 93 Welpen. Monitoring und Schutzmaßnahmen im Fokus.

Wölfe in Mecklenburg-Vorpommern: Neue Rekordzahlen und Schutzaufruf!
In den letzten Wochen rumorte es in den Naturschutzkreisen, denn es gibt neue Entwicklungen beim Thema Wolf in Mecklenburg-Vorpommern. Ende September 2025 fand im Bundesamt für Naturschutz ein deutschlandweites Großraubtier-Monitoringtreffen statt, bei dem die Daten aus dem Monitoringjahr 2024/25 abgestimmt wurden. Die Zahlen sind beachtlich: In Mecklenburg-Vorpommern zählt man derzeit 28 Wolfsrudel, was eine Erhöhung von neun Rudeln im Vergleich zum Vorjahr bedeutet, wie die Landesregierung von MV berichtet.
Zusätzlich zu den Rudeln gibt es fünf Wolfs-Paare und sogar einen territorialen Einzelwolf. Insgesamt konnten in 24 der 28 Rudel Reproduktionsnachweise erbracht werden, wobei 93 Welpen gezählt wurden. Die tatsächliche Anzahl wird vermutlich höher liegen, da in einigen Rudeln nur Mindestzahlen ermittelt wurden. Gegenwärtig sind neun Vorkommen von Wölfen grenzübergreifend, wobei eines in Schleswig-Holstein und acht in Brandenburg gesichtet wurden.
Monitoring und Dokumentation
Das Monitoring der Wölfe in Mecklenburg-Vorpommern ist nicht nur eine wichtige Maßnahme für den Naturschutz, sondern auch ein Gemeinschaftsprojekt, an dem 83 ehrenamtliche „Wolfsbetreuer“ teilnehmen. Diese Fachleute, darunter Säugetierkundler, Förster und Jäger, sind zuständig für die Dokumentation von Hinweisen auf Wölfe, wie Spuren, Losung und Sichtungen. Der Koordinator des Monitorings, Dr. Norman Stier von der TU Dresden, hebt die Bedeutung der Kooperation hervor, um die Sichtungen bestmöglich zu erfassen und die Bevölkerung bei der Wolf-Überwachung einzubinden, wie wolf-mv.de berichtet.
Die Wolfsbetreuer haben die Aufgabe, frische Rissmeldungen umgehend zu dokumentieren. Insbesondere wird die Bevölkerung aufgefordert, Verdachtsmomente nicht zu verändern, da diese Informationen mit modernen Infrarot-Fotofallen überwacht werden können. Wölfe neigen häufig dazu, mehrfach zu einem Fressplatz zurückzukehren, was eine Überwachung erleichtert.
Rechtlicher Schutz und Zukunft
In Deutschland genießen Wölfe einen hohen Schutzstatus, der durch verschiedene nationale und internationale Gesetze gewährleistet wird. So sind die Wölfe gemäß der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH-RL), die Deutschland umsetzen muss, besonders geschützt. Das bedeutet, dass Deutschland für einen lebensfähigen Wolfbestand sorgen muss, wie NABU informiert. Dr. Till Backhaus, der Agrar- und Umweltminister in MV, betont den guten Erhaltungszustand der Wolf-Art und fordert von der Bundesregierung die rasche Umsetzung rechtlicher Grundlagen zur Bewirtschaftung und eventueller Entnahmen auffälliger Tiere.
Er erwartet bis Ende November 2025 von der Bundesregierung, dass die erforderlichen Rechtsgrundlagen nochmals überarbeitet werden, um der Berichtspflicht gemäß der FFH-Richtlinie nachzukommen. Bei der Umsetzung der Gesetze haben die Bundesländer maßgeblichen Einfluss, während der Bund unterstützend tätig werden kann.
Mit diesen Entwicklungen bleibt das Thema Wolf in Mecklenburg-Vorpommern spannend. Der Schutzstatus der Wölfe, die Zunahme ihrer Population und die damit verbundenen Herausforderungen werden sicherlich auch in Zukunft für Diskussionen sorgen. Die nächsten Monate werden zeigen, wie die Bundesregierung auf die Forderungen reagieren wird und welche Maßnahmen konkret ergriffen werden, um einen lebensfähigen Bestand zu sichern.