Regierung plant Abschiebungen nach Afghanistan: Was passiert mit Mohammad?
Die Bundesregierung plant Abschiebungen nach Afghanistan, trotz der humanitären Krise und der Taliban-Herrschaft.

Regierung plant Abschiebungen nach Afghanistan: Was passiert mit Mohammad?
Die politischen Strukturen in Afghanistan treiben die deutsche Bundesregierung dazu, Abschiebungen wieder aufleben zu lassen, und das trotz der prekären Lage unter der Taliban-Herrschaft. Laut Tagesschau stehen regelmäßige Abschiebeflüge nach Afghanistan an, was nicht nur die Betroffenen, sondern auch die Gesellschaft in Deutschland vor große Herausforderungen stellt.
Ein besonders tragisches Beispiel ist der 24-jährige Mohammad, der 2018 vor den Taliban floh, nachdem diese seinen Vater ermordet hatten. Obwohl er sich in seiner neuen Heimat Deutschland, wo er seit zwei Monaten eine Malerausbildung in der Nähe von Stuttgart absolviert, gut integriert hat, wurde sein Asylantrag abgelehnt. Das Bundesamt für Migration sieht anscheinend keine ausreichenden Gründe für seinen Asylanspruch und plant seine Abschiebung. Damit bleibt ihm nur ein kurzer Zeitraum von drei Wochen, um zu versuchen, in Deutschland bleiben zu können.
Gefährliche Rückkehr und steigende Rückführungen
Die humanitäre Situation in Afghanistan ist katastrophal, und Amnesty International warnt eindringlich vor den Gefahren, die eine Abschiebung mit sich bringt. Die Taliban haben seit ihrer Machtübernahme die Rechte der Frauen stark eingeschränkt und verfolgen Andersgläubige. Dieser Umstand verstärkt die Sorgen über die Sicherheit der Abgeschobenen, wie auch Tagesspiegel berichtet.
Kürzlich wurden 81 afghanische Straftäter mit einer Chartermaschine nach Afghanistan abgeschoben, und dies ist erst der zweite Abschiebeflug seit der Machtübernahme der Taliban im August 2021. Innenminister Alexander Dobrindt bezeichnete diese Personen als „schwere und schwerste Straftäter“. Obgleich die deutsche Regierung keine offiziellen Beziehungen zu den Taliban unterhält, laufen die Verhandlungen über Rückführungen über Katar, das als Vermittler agiert. Es gab vergangene Berichte, dass die Taliban bereit wären, Rückkehrer aufzunehmen, jedoch gibt es keine Garantie für die Sicherheit der Abgeschobenen.
Chancen im Handwerk und Widerstand gegen Abschiebungen
Michael Bräuninger, Malermeister und für die Ausbildung von Mohammad zuständig, hebt den Fachkräftemangel im Handwerk hervor und plädiert dafür, dass Menschen wie Mohammad eine Chance bekommen sollten. Seine Integrationsgeschichte zeigt, dass viele geflüchtete Menschen wertvolle Beiträge zur deutschen Gesellschaft leisten können. Doch während die Regierung Abschiebungen plant, spricht sich das Netzwerk Pro Asyl gegen die Rückführungen aus und bezeichnet sie als Verstoß gegen das Völkerrecht.
Die Ampel-Regierung hatte ursprünglich nach dem ersten Abschiebeflug im August 2022 weitere Rückführungen angekündigt, doch diese Pläne wurden nur schleppend umgesetzt. Nun scheinen die Zeiten drastische Maßnahmen zu erfordern. Die Herausforderung für Deutschland bleibt nicht nur, Abschiebungen durchzuführen, sondern auch die geflüchteten Menschen, wie Mohammad, in der Gesellschaft zu integrieren und ihnen Perspektiven zu bieten.