Apothekensterben in Sachsen: Hilfe dringend nötig!
Apotheken in Sachsen stehen vor Herausforderungen: sinkende Zahlen, Kostendruck und bürokratische Hürden erfordern dringende Maßnahmen.

Apothekensterben in Sachsen: Hilfe dringend nötig!
In Sachsen nehmen die Herausforderungen für Apotheken bedrohliche Ausmaße an. Laut Apotheke Adhoc sinkt die Anzahl der Apotheken kontinuierlich, aktuell sind es nur noch 876 – der niedrigste Stand seit 1997. Susanne Schaper, die Vorsitzende der Linksfraktion im Sächsischen Landtag, macht sich stark für die Belange der Apotheker und hat vor über einem halben Jahr einen Antrag auf Gegenmaßnahmen gestellt, der jedoch noch im Konsultationsverfahren feststeckt. CDU und SPD haben bisher keinen Änderungsantrag eingereicht, was die Verhandlungen zum Stillstand bringt.
Der Kostendruck, gepaart mit wachsender Bürokratie und Lieferengpässen, lässt die wirtschaftliche Existenz vieler kleiner Apotheken wackeln. Die Situation ist so angespannt, dass mehr Apotheken schließen als neu eröffnet werden. Dies führt zu längeren Wegen für die Bürger, besonders in ländlichen Regionen, wo die niedergelassenen Apotheken unverzichtbare Anlaufstellen sind.
Probleme im Apothekenbereich
Über die letzten zehn Jahre hat Sachsen fast 10% seiner Apotheken verloren, trotz eines Umsatzanstiegs von fast 50%. So berichtet LEIPZIG.INFO, dass die Zahl der Apotheken von 1.003 im Jahr 2011 auf lediglich 899 im Jahr 2023 gefallen ist. Schaper hebt hervor, dass eingefrorene Honorare die Schließungen maßgeblich beeinflussen. Apotheker sind somit angehalten, sich nicht nur um die Patienten zu kümmern, sondern auch um ihre wirtschaftliche Basis.
Ein weiterer besorgniserregender Punkt ist, dass 8 bis 10 % der Apotheken bereits defizitär arbeiten. Thomas Dittrich, Präsident des Sächsischen Apothekerverbandes, betont, dass in vielen Fällen die wirtschaftliche Grenze erreicht ist und der Mangel an Nachwuchs für Apotheker in Sachsen die Situation weiter verschärft. Immer mehr junge Menschen zieht es in andere Bundesländer oder in die Industrie, wo sie bessere Verdienstmöglichkeiten sehen.
Hilfreiche Maßnahmen gefordert
Um die Lage zu verbessern, sind laut Schaper verschiedene Maßnahmen nötig, darunter eine dynamische Erhöhung der Honorare, Bürokratieabbau und Förderprogramme für die Digitalisierung. Es sollte ein Maßnahmenpaket mit dem Titel „Versorgungssicherheit und Apothekenschutz“ erarbeitet werden, um die Verhältnisse zu reformieren. In diesem Zusammenhang wird auch der Vorschlag eines Förderfonds laut, der einen Teil des Kaufpreises bei Apothekenübernahmen in unterversorgten Regionen übernimmt.
Die Schulterschlussaktion mit einer Postkartenaktion, bei der über 20.000 Karten gesammelt und an Politiker übergeben werden sollen, soll auf das drohende Apothekensterben aufmerksam machen, wie ZDF berichtet. Dabei ist es wichtig, dass die Apotheken vor Ort weiterhin vertrauensvolle Beratung anbieten können – eine Dienstleistung, die Internetapotheken nicht in gleichem Maße erbringen können.
Die Staatsregierung ist gefordert, ein sektorenübergreifendes Maßnahmenpaket zu entwickeln, um die Apothekenlandschaft nachhaltig zu sichern. Auch wenn der Koalitionsvertrag eine einmalige Erhöhung des Packungsfixums vorsieht, bleibt die Inflation eine große Belastung. Deshalb ist es dringlich, den Beratungsaufwand der Apotheker angemessen zu vergüten und bürokratische Hürden abzubauen, damit diese ihren Kunden auch in Zukunft erhalten bleiben.