Chinesische Künstlerin Pu Xiaoyue entdeckt Sachsen und Meissener Porzellan!
Chinesische Künstlerin Pu Xiaoyue erforscht in Chemnitz kulturelle Verbindungen zwischen China und Sachsen im Rahmen eines Austauschprogramms.

Chinesische Künstlerin Pu Xiaoyue entdeckt Sachsen und Meissener Porzellan!
Die Kulturhauptstadt Chemnitz wird in diesem Jahr von einer ganz besonderen Besucherinnen bereichert: Die chinesische Künstlerin Xiaoyue Pu ist für drei Monate in Sachsen und taucht tief ein in die kulturellen Verbindungen zwischen China und der Region. Diese einmalige Gelegenheit ergibt sich aus einem Austauschprogramm, das die Kulturstiftung Sachsen und das Goethe-Institut in Peking bereits seit Jahren zusammenführen. Dabei ist dies das erste Mal, dass eine Künstlerin aus China in dieser Form in Chemnitz weilt.
Pu Xiaoyue, die aus rund 30 Bewerbungen ausgewählt wurde, wird ihren Aufenthalt bis Oktober 2025 im Klub Solitaer e.V. verbringen. Ihr Fokus liegt auf Fotografien und Texten, wobei sie insbesondere die textile Industriegeschichte der Region in den Blick nimmt. Bekannt ist sie auch für ihre kritische Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Phänomenen, Machtstrukturen und Geschlechterrollen.
Die Entdeckung von Porzellan und Kultur
Am ersten Tag in Chemnitz machte Pu eine spannende Entdeckung: eine Blasenesche, die ursprünglich aus Peking stammt. Diese Gattung wurde vor rund 200 Jahren von einem französischen Missionar nach Europa gebracht und verdeutlicht die tiefen Verbindungen zwischen den Kulturen. In ihren Recherchen stellt Pu fest, dass das Zwiebelmuster des Meissener Porzellans, das lange Zeit als chinesisch galt, eigentlich ein Übersetzungsfehler ist. Statt Zwiebeln zeigt es Granatäpfel – in der chinesischen Kultur ein wichtiges Symbol für Fruchtbarkeit.
Mit dieser Erkenntnis lenkt die Künstlerin die Aufmerksamkeit auf die kulturelle Aneignung und koloniale Praktiken, die mit jener Umbenennung einhergehen. Um ihrer Auseinandersetzung mit diesen Themen Ausdruck zu verleihen, entwirft sie ein spezielles Dekor für Porzellanteller, das Zwiebeln, Granatäpfel und Pflanzen zeigt, die innen und außen zusammengebracht wurden.
Ein kreatives Ende mit kulinarischem Austausch
Als krönenden Abschluss ihres Aufenthalts plant Pu einen gemeinsamen Abend, an dem sie auf ihrem eigens gestalteten Geschirr ein Essen servieren möchte. Dabei betont sie den Austausch zwischen den Kulturen und strebt an, durch echte Begegnungen ein besseres Verständnis zu erzeugen. „Die Gemeinsamkeiten zwischen unseren Kulturen hervorheben“ – so lautet ihr Motto während dieser Zeit.
Interessanterweise wird gleichzeitig ein weiterer Künstler aus Sachsen, der Bildhauer Johannes Makolies, nach Peking reisen, um sich dort mit der Stadtentwicklung und der Ästhetik von Beton auseinanderzusetzen. Dies zeigt, wie lebendig und vielfältig der künstlerische Austausch zwischen Sachsen und China zurzeit ist.
Es bleibt abzuwarten, welche kreativen Impulse Xiaoyue Pu aus ihrer Arbeit in Chemnitz mit nach Hause nehmen wird und wie ihre Zeit in der Kulturhauptstadt Europas 2025 die künstlerische Landschaft in Sachsen mitgestalten wird. Das Austauschprogramm setzt damit einen wichtigen Schritt, um die verbindenden Elemente in der Kunst und zwischen den Kulturen weiter zu fördern.