ePA im Alltag: Hausarzt berichtet von Chancen und Herausforderungen!
Ein Hausarzt in Sachsen-Anhalt berichtet über die Möglichkeiten und Herausforderungen der elektronischen Patientenakte seit ihrer Einführung.

ePA im Alltag: Hausarzt berichtet von Chancen und Herausforderungen!
In den letzten Monaten hat die elektronische Patientenakte (ePA) in Deutschland zunehmend an Bedeutung gewonnen. Thomas Dörrer, ein Hausarzt aus Teutschenthal im Saalekreis und Vizepräsident der Ärztekammer Sachsen-Anhalt, arbeitet seit einem halben Jahr mit dieser digitalen Lösung. In einem Gespräch schildert er seine Erfahrungen und gibt Einblicke in die Herausforderungen der Implementierung im Praxisalltag. Laut MDR hat Dörrer ein großes Potenzial in der ePA entdeckt, die als wichtiges Tool in der Patientenbetreuung fungieren kann.
Die ePA ermöglicht es, patientenrelevante Informationen digital zu speichern und zu verwalten. Doch je nach eingesetzter Praxissoftware variiert die Nützlichkeit erheblich. Dörrer selbst kommt gut klar, stellt jedoch fest, dass die Arbeit damit merklich aufwendiger ist. “Für das Hochladen eines Briefes benötigt man etwa 20 bis 40 Sekunden”, erklärt er. Bei einer täglichen Patientenanzahl von 80 können sich dieser Mehraufwand auf eine halbe Stunde bis 40 Minuten summieren, was jedoch nicht immer der Fall sein muss. Trotz dieser Herausforderungen befürwortet der Arzt die Nutzung der ePA, da sie langfristig die Patientenbetreuung verbessert.
Informationen für Versicherte
Wie das Bundesgesundheitsministerium anmerkt, sind Krankenkassen verpflichtet, Versicherte umfassend über die ePA zu informieren. Dies umfasst die Funktionsweise, die speicherbaren Informationen sowie die Rechte der Versicherten. Ärzte sind ebenfalls verpflichtet, Patienten über die in der ePA gespeicherten Daten aufzuklären und darüber, wie sie der Übermittlung und Speicherung ihrer Informationen widersprechen können. Besonders wichtig ist diese Hinweispflicht, wenn es um potenziell sensible oder stigmatisierende Daten geht.
Ab 2025 wird die ePA für alle gesetzlich Versicherten zur Regel, es sei denn, sie widersprechen aktiv. Auch einige private Krankenversicherungen haben bereits mit der Einführung dieser digitalen Lösung begonnen. Gesundheits-Apps, die die Behandlung unterstützend ergänzen, sind bereits auf Rezept verfügbar und Telemedizin kann zunehmend Arztbesuche ersetzen. Ein Netzwerk von Praxen, Kliniken und Apotheken ermöglicht über die sogenannte Telematikinfrastruktur den sicheren Austausch dieser Informationen.
Digitale Vernetzung im Gesundheitswesen
Das Ziel dieser digitalen Revolution im Gesundheitswesen ist klar: eine flächendeckende Vernetzung aller Beteiligten, um erforderliche Informationen direkt verfügbar zu machen. Das Gesundheitsportal hebt hervor, dass Technologien zum Schutz von Patientendaten eingesetzt werden. Zahlreiche Gesetze unterstützen diesen Prozess, darunter das E-Health-Gesetz zur Einführung digitaler medizinischer Anwendungen und das Digitale-Versorgung-Gesetz, das die Nutzung von Gesundheits-Apps fördert.
Für die Krankenhausgesellschaft Sachsen-Anhalt gilt jedoch, dass die ePA gegenwärtig noch nicht im normalen Versorgungsalltag der Krankenhäuser integriert ist, und auch Rettungsdienste haben bislang keinen Zugang. Dies zeigt, dass noch einige Herausforderungen bei der vollständigen Implementierung der ePA im Gesundheitswesen zu bewältigen sind. Doch die Fortschritte stimmen optimistisch und lassen auf eine Zukunft hoffen, in der die Patientenversorgung durch digitale Technologien erheblich verbessert wird.