Erstmal seit 300 Jahren: Luchs-Alva bringt Jungtiere in Sachsen zur Welt!
Erste Luchsreproduktion in Sachsen seit 300 Jahren: Alva bringt zwei Jungtiere zur Welt, während das RELynx-Projekt fortschreitet.

Erstmal seit 300 Jahren: Luchs-Alva bringt Jungtiere in Sachsen zur Welt!
Ein bedeutender Meilenstein für das Luchs-Projekt in Sachsen ist erreicht: Das Projektteam von RELynx Sachsen hat Bilder von Luchsin Alva und ihren zwei Jungtieren gesichtet. Diese aufregende Entdeckung markiert die erste Luchsreproduktion in Sachsen seit fast 300 Jahren. Alva wurde im März 2024 im Eibenstocker Forst ausgewildert, und ihr Nachwuchs ist ein starkes Zeichen für das gelungene Wiederansiedlungsprojekt. Das Sächsische Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie in Dresden hat diese erfreuliche Nachricht offiziell bestätigt.
Die Sichtungen im Westerzgebirge, das sich zunehmend als geeigneter Lebensraum für Luchse etabliert, lassen darauf hoffen, dass die Rückkehr dieser scheuen Katzen in die sächsischen Wälder dauerhaft sein könnte. Laut den GPS-Daten verbrachte Alva drei Tage mit einem möglichen Vater der Jungtiere, dem 2024 ausgewilderten Luchsmännchen Chapo. Diese Zeitspanne fällt in die Paarungszeit, die Anfang April endet. Viele hoffen, dass Chapo und Alva zur Schaffung einer stabilen Luchspopulation im Erzgebirge beitragen, die wichtige genetische Diversität bieten kann.
Die Rückkehr des Luchses
Historisch betrachtet war der Eurasische Luchs (Lynx lynx) einst in weiten Teilen Europas verbreitet, wurde jedoch im Laufe der Jahrhunderte durch Verfolgung und Zerstörung seines Lebensraumes fast vollständig ausgerottet. Der letzte in Sachsen nachweislich erlegte Luchs stammte aus dem Jahr 1743. Erst 1956 wurde wieder ein Luchs gesichtet, als er von Böhmen nach Sachsen wanderte. Seitdem ist die Wiederansiedlung des Luchses in Deutschland ein kontinuierlicher Prozess, der bis heute läuft. Über 100 Alttiere sind in drei isolierten Populationen anzutreffen: Harz, Bayerischer Wald und Pfälzerwald.
Das Projekt RELynx in Sachsen zielt darauf ab, diesen Bestand zu verbessern und Luchs-Populationen in ganz Deutschland miteinander zu vernetzen. Frauen gebären im Durchschnitt nur zwei Junghunde pro Jahr, was die Seltenheit und den besonderen Schutz dieser Tiere umso dringlicher macht. Das Projekt ist nicht nur lokal, sondern Teil einer deutschlandweiten Strategie, um Lebensräume für den Luchs zu schaffen und die genetische Vielfalt zu sichern. Es gibt bereits Auswilderungsprojekte in anderen Bundesländern wie Baden-Württemberg und Thüringen.
Die Entwicklung der Jungtiere
Die Jungtiere von Alva werden mithilfe von Wildkameras überwacht, was zeigt, wie ernst das Team die Entwicklung dieser Tiere nimmt. Während ihrer ersten Lebensmonate lernen Luchsjunge viel von ihrer Mutter. Sie folgen Alva zur Beute und beginnen, ihre ersten Jagdversuche zu unternehmen. Interessanterweise spielt das Männchen Chapo keine Rolle bei der Aufzucht der Jungtiere – das ist allein Anora’s Aufgabe. Etwa die Hälfte der Luchsjungen erreicht das zweite Lebensjahr, was eine wichtige Zahl für das Überleben der Art darstellt.
Mit diesen Fortschritten im Wiederansiedlungsprojekt wird nicht nur die Luchspopulation in Sachsen gestärkt, sondern auch ein wichtiger Schritt zur Förderung der biologischen Vielfalt in Deutschlands Wäldern unternommen. Um dies zu erreichen, ist der Erhaltungszustand des Luchses von großer Bedeutung und wird regelmäßig überprüft. Maßnahmen zur Verbesserung des Lebensraumes sind daher unerlässlich.
Da bleibt nur zu hoffen, dass Alva und ihre Jungtiere sich gut entwickeln und viele weitere Luchse folgen werden, die die sächsischen Wälder nicht nur bewohnen, sondern auch beleben.