Kochbuch-Schatz aus Österreich bereichert Dresdner Kulinarik-Archiv!

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Das Deutsche Archiv der Kulinarik in Dresden erhält die Kochbuchsammlung von Christoph Wagner, ein bedeutender Zuwachs für Forschung und Kultur.

Das Deutsche Archiv der Kulinarik in Dresden erhält die Kochbuchsammlung von Christoph Wagner, ein bedeutender Zuwachs für Forschung und Kultur.
Das Deutsche Archiv der Kulinarik in Dresden erhält die Kochbuchsammlung von Christoph Wagner, ein bedeutender Zuwachs für Forschung und Kultur.

Kochbuch-Schatz aus Österreich bereichert Dresdner Kulinarik-Archiv!

Das Deutsche Archiv der Kulinarik in Dresden bereichert sich um einen ganz besonderen Schatz: Die umfangreiche Kochbuch-Bibliothek des verstorbenen österreichischen Gastrosophen Christoph Wagner wird künftig Teil dieser bedeutenden Sammlung sein. Wie tagesschau.de berichtet, umfasst die Sammlung beeindruckende 3.000 Werke, die nicht nur Kochbücher, sondern auch Speisekarten und handschriftliche Notizen beinhalten.

Renate Wagner-Wittula, die Witwe von Christoph Wagner, überreichte die Sammlung am 9. September 2025 in Wien feierlich an Thomas Stern von der Sächsischen Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden (SLUB). Die überlassene Sammlung wird der Öffentlichkeit zugänglich gemacht und stellt eine wertvolle Ressource für die wissenschaftliche Nutzung dar. SLUB-Generaldirektorin Katrin Stump hob dabei hervor, dass mit dieser Sammlung erstmalig ein umfassender Bestand aus Österreich in das Archiv einfließt.

Eine Sammlung voller Geschichten

Die Besonderheit der Sammlung liegt nicht nur in der Anzahl der Werke, sondern auch in deren Vielfalt und Tiefe. Neben traditionellen Kochbüchern finden sich Speisekarten, Weindegustationen und persönliche Notizen, die Einblicke in Testessen und Produktbewertungen gewähren. Christoph Wagner, der 2010 verstorben ist, gilt als eine der prägenden Figuren der österreichischen Kulinarikszene, bekannt als Mitbegründer und Chefredakteur des Gault Millau Österreich. Er hat nicht nur die Gastronomiekritik revolutioniert, sondern auch zur Popularisierung der österreichischen Esskultur beigetragen.

Wagner verstand die Kulinarik als kulturelles Phänomen und zeigte ein großes Interesse an den Geschichten hinter den Rezepten. Seine Arbeiten wurden in namhaften Medien wie GEO, Merian und der FAZ publiziert, zudem hinterließ er Bände, die sich mit den Kulturlandschaften in Österreich beschäftigen. Das Deutsche Archiv der Kulinarik, welches erst 2022 gegründet wurde, hat sich seither als eine der größten öffentlich zugänglichen Sammlungen im deutschsprachigen Raum etabliert.

Ein zentraler Ort für Forschung und Kulinarik

Die SLUB und die Technische Universität Dresden (TUD) sind sich einig: Diese Sammlung ist ein echter Gewinn für die inter- und transdisziplinäre Forschung. Sie dient nicht nur der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit Themen wie Kochkunst und Tafelkultur, sondern soll auch der breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Ein Projekt der Deutschen Forschungsgemeinschaft wird die Bestände digital erschließen und auf einem Online-Portal zur Verfügung stellen, so dass Interessierte und Forschende kostenfrei Zugriff auf die wertvollen Materialien haben.

Das Deutsche Archiv der Kulinarik plant zudem regelmäßig Veranstaltungen, Ausstellungen und Publikationen rund um die Themen Ernährung und Kulinarik. Ziel ist es, sich als zentraler Akteur für Forschung, Lehre und Wissenstransfer in der Gesellschaft zu etablieren. SLUB gab bekannt, dass die Sammlung künftig nicht nur zur wissenschaftlichen Arbeit, sondern auch zur allgemeinen Genusskultur einen Beitrag leisten wird.