Leipzig im Gespräch: Erinnerungen, Politik und Kunst beim Podcast-Event!
Leipzigs Demokratie-Wochenende 2025: Podcast-Diskussionen zur Stadtgeschichte, Kultur und digitalen Herausforderungen im Gewandhaus.

Leipzig im Gespräch: Erinnerungen, Politik und Kunst beim Podcast-Event!
Am 6. September fand im Gewandhaus zu Leipzig eine spannende Publikumsfolge des Podcasts “Alles gesagt?” statt, die mit 1.360 Besuchern ein voller Erfolg war. Diese Veranstaltung nahm Bezug auf die aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen und fand im Rahmen des vierten Demokratie-Wochenendes statt, das vom Gewandhausorchester organisiert wurde. Das Motto dieses Wochenendes lautete: „Den richtigen Ton treffen“ und war auf die Auseinandersetzung mit der Fragestellung gerichtet, wie der richtige Ton in Musik und Gesellschaft definiert werden kann. Dabei ging es um die vielschichtige Bedeutung von Tönen und deren Einfluss auf Alltag und Politik. Diese Themen wurden in lebhaften Diskussionen erörtert, die am Samstagnachmittag in Zusammenarbeit mit der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung stattfanden. Die Gewandhausorchester boten einen musikalischen Auftakt mit Mozarts Sextett KV 522.
Im Rahmen der Podiumsdiskussion wurden zahlreiche facettenreiche Themen angesprochen. Die Leipziger Bürgerrechtlerin und Ehrenbürgerin Gesine Oltmanns berichtete von ihren Erfahrungen, während die Kulturbürgermeisterin Skadi Jennicke die finanzielle Situation der freien Kunstszene in der Stadt thematisierte. Der Gewandhaus-Direktor Andreas Schulz stellte seine Sicht auf den Etat vor und wie politische Haltungen diesen beeinflussen. Auch persönliche Geschichten kamen nicht zu kurz: Der elfjährige Erwin empfahl sein Lieblingsgymnasium und der junge Tom sprach über seine Suche nach einer Wohnung in Leipzig. Besonderes Highlight war die Erzählung von Gundel Jannemann-Fischer, die von ihrer musikalischen Kindheit berichtete, während Künstler Michael Triegel über seine Erlebnisse nach 1989 reflektierte.
Vielfalt der Stimmen und Erlebnisse
Die Veranstaltung war geprägt von einer Vielzahl an Stimmen und vielen emotionalen Rückblicken. So teilte Buchpreisträgerin Martina Hefter ihren Werdegang als Schriftstellerin mit dem Publikum. Bei der anschließenden spontanen Diskussion im Presseclub traten Journalistinnen Hannah Suppa und Anne Hähnig auf, die das Gespräch bereicherten. All das fand seinen Abschluss in einem gemeinsamen Singen des Liedes “Der Mond ist aufgegangen”, was die über 4-stündige Veranstaltung in eine harmonische Gemeinschaftserfahrung mündete.
Im Kontext der rechten Töne in der Gesellschaft wurde auf der Veranstaltung auch über die Herausforderungen der Digitalisierung in der Region Leipzig diskutiert, sowie über die Erinnerungen an die friedliche Revolution von 1989, die insbesondere am 9. Oktober bis heute eine zentrale Rolle spielt. Die künstlerische Vielfalt und die kulturellen Eigenheiten Leipzigs, wie etwa die Vorliebe für Ost-Softeis, trugen ebenso zur lebendigen Diskussion bei. Diese Themen stehen in engem Zusammenhang mit dem Projekt „Demokratie – aber wie?“, das im Jahr 2025 Workshops für sächsische Schulen anbietet und so die nächste Generation aufklärt und einbindet.
Ein Blick in die Zukunft
Die Bildungsinitiative, die durch das DG Bildungswerk Sachsen unterstützt wird, umfasst neben den Workshops auch Exkursionen nach Berlin und zur Gedenkstätte Buchenwald, um jungen Menschen ein Bewusstsein für geschichtliche und demokratische Prozesse zu vermitteln. Diese Projekte sind nicht nur für die schulische Ausbildung von Bedeutung, sondern sollen auch das gesellschaftliche Miteinander fördern. Die Kurse gehen auf aktuelle Themen wie Mobbing, Fake-News und die Nutzung von sozialen Medien ein, wodurch die Schüler*innen auf die Probleme der heutigen Zeit sensibilisiert werden.
Insgesamt zeigt sich, dass Leipzig sich als ein Ort der lebendigen Diskussionen und kulturellen Reflexionen etabliert hat. Die Kombination aus einer starken lokalen Kunstszene und einem engagierten Bürgerdialog macht die Stadt zu einem spannenden Zentrum für gesellschaftlichen Austausch. In diesem Sinne lässt sich sagen: Leipzig hat den richtigen Ton getroffen.