Radebeul kämpft acht Jahre für Schrottimmobilie – Jetzt ist es soweit!
Die Stadt Radebeul erwarb 2025 ein marodes Gebäude für die Sanierung ihres Kerngebiets; rechtliche Hürden und Verfahren erläutert.

Radebeul kämpft acht Jahre für Schrottimmobilie – Jetzt ist es soweit!
In Radebeul geht es um mehr als nur ein heruntergekommenes Gebäude. Die Stadt kämpft seit 2017 für eine Immobilie an der östlichen Ecke von Turnerweg und Dresdner Straße, die kaum mehr als eine Bruchbude ist. Mittlerweile hat die Stadt das Vorkaufsrecht für das marode Haus geltend gemacht und ist nun stolze Eigentümerin, doch der Weg dorthin war alles andere als einfach. Der Oberbürgermeister Bert Wendsche beschreibt das Verfahren als kompliziert, da es an hohe rechtliche Hürden gebunden ist. Hinter diesem Sanierungsprojekt steckt ein vielschichtiger Prozess, der nicht nur die bauliche Substanz, sondern auch rechtliche Aspekte berücksichtigt.
Das Gebäude selbst hat eine graue Fassade, bröckelnden Putz und vernachlässigte Fensterrahmen sowie Fensterläden. Es steht nicht nur für einen architektonischen Missstand, sondern auch für die Herausforderungen, mit denen sich Kommunen oft konfrontiert sehen. Im Rahmen des Sanierungsgebietes „Zentrum und Dorfkern Radebeul-Ost“ hat der Stadtrat das Vorkaufsrecht ausgeübt, um das Areal zu revitalisieren und den Stadtteil aufzuwerten.
Rechtliche Hürden und Sanierungsvermerke
Ein entscheidender Punkt dabei ist der Sanierungsvermerk, den Grundstücke im Sanierungsgebiet erhielten. Dieser Vermerk hat zwar keine unmittelbare rechtliche Wirkung, informiert jedoch über die speziellen Genehmigungspflichten innerhalb des Gebiets. Das Grundbuchamt benötigt verschiedene Dokumente, wie ein Negativattest zum Vorkaufsrecht und eine Sanierungsgenehmigung der Stadt. Diese Vorschriften sollen sicherstellen, dass im Grundstücksverkehr keine unerwünschten Veränderungen stattfinden und dass die Stadt hinsichtlich ihres Vorkaufsrechts handlungsfähig bleibt.
Besonders wichtig ist der Genehmigungsvorbehalt, der festlegt, dass jegliche Veränderungen, wie die Teilung eines Grundstücks oder das Abgeben von längerfristigen Mietverträgen, nur mit Zustimmung der Stadt möglich sind. Dieses Prozedere schützt nicht nur käuferseitig vor überhöhten Preisen, sondern sichert auch eine faire Behandlung aller Eigentümer, insbesondere bei etwaigen Ausgleichszahlungen.
Ein bunter Mix aus Herausforderungen und Chancen
Das Engagement der Stadt Radebeul zeigt, dass es nicht nur darum geht, verfallene Gebäude zu renovieren. Es ist eine umfassende Strategie, die sowohl den Erhalt von Wohnraum als auch die Verbesserung der Lebensqualität in der Gemeinde im Blick hat. Die Rückmeldungen der Bürger sind dabei unterschiedlich, aber es wird deutlich, dass da was an der Sache ist – die Stadt hat ein gutes Händchen für die Zukunft ihres Stadtteils und dafür, so marode Immobilien wieder in den Griff zu bekommen.
Die nächsten Schritte im Sanierungsverfahren stehen an, und die Hoffnung auf eine positive Wende für das alte Gebäude bleibt bestehen. Radebeul zeigt damit, dass man auch bei hartnäckigen Herausforderungen nicht aufgeben sollte, denn es lohnt sich, aus einer Bruchbude wieder ein Zuhause zu machen.