Digitale Rettung: Mittweida startet neue Ära der Notfallversorgung!
In Mittweida ermöglicht die digitale Vernetzung im Rettungsdienst schnellere Notfallbehandlungen und optimiert Krankenhausabläufe.

Digitale Rettung: Mittweida startet neue Ära der Notfallversorgung!
In Mittweida schlägt die Zukunft der Notfallmedizin ein neues Kapitel auf. Seit kurzem können Notfalldaten digital übermittelt werden, bevor der Patient überhaupt im Krankenhaus eintrifft. Diese Neuerung verspricht nicht nur schnellere, sondern auch gezieltere Behandlungen. Wie die Sächsische.de berichtet, ist die zentrale Notfallambulanz des Klinikums Mittweida nun direkt mit dem Rettungsdienst vernetzt. „Eine neue Ära zwischen der präklinischen und klinischen Versorgung“, so beschreibt Ines Schreiber, die Verantwortliche für Öffentlichkeitsarbeit und Marketing der Landkreis Mittweida Krankenhaus gGmbH, diesen Schritt.
Diese digitale Vernetzung ermöglicht es den Rettungsdienstmitarbeitenden, bereits vor der Ankunft im Krankenhaus wichtige Anamnese- und Befunddaten zu übermitteln. Dazu zählen Vitalparameter, erhobene Befunde und erste Einschätzungen des Rettungsdienstes. Diese Informationen fließen direkt in das IT-System der Klinik ein und stehen dem weiterbehandelnden Arzt somit sofort digital zur Verfügung. Solch ein Vorgehen ist besonders wichtig, da die Zeit in der Notfallmedizin oft über Leben und Tod entscheidet.
Dringlichkeit der Notfallversorgung
Die Zahlen sprechen für sich: Im Jahr 2023 gab es über 13,4 Millionen Rettungsdiensteinsätze bei gesetzlich Versicherten und etwa 12,4 Millionen ambulante Notfallbehandlungen in Kliniken, wie aus einem Bericht von Fraunhofer IESE hervorgeht. Die Dringlichkeit variiert je nach Erkrankung erheblich; Patienten mit akuten Herzinfarkten oder Schlaganfällen müssen meist innerhalb von 60 Minuten nach dem Notruf in eine Klinik gelangen. Doch die Realität sieht oft anders aus. Oft wird das Ziel von 60 Minuten nicht einmal in zwei Dritteln der Fälle eingehalten.
Ein Beispiel veranschaulicht das Problem: Eine 58-jährige Frau erleidet plötzlich Schwäche und Herzklopfen. Der Rettungsdienst kommt neun Minuten nach ihrem Notruf, doch bis zur endgültigen Übergabe im Herzkatheterlabor vergehen mehr als zwei Stunden. In dieser Zeit drohen wertvolle Minuten zu verstreichen, die im Ernstfall das Überleben kosten können.
Chancen der Digitalisierung
Die fortschreitende Digitalisierung könnte hier Abhilfe schaffen. Studien zeigen, dass durch digitale Lösungen eine Zeitersparnis von bis zu 50% realisiert werden könnte. Allerdings stehen wir noch am Anfang. Moderne Technologien sind zwar vorhanden, flächendeckend genutzt werden sie jedoch nicht. Der Grund dafür liegt oft in der Kleinteiligkeit der Strukturen, dem Mangel an Interoperabilität und rechtlichen Vorgaben.
Ein weiterer Schritt in die richtige Richtung könnte der EU-eCall sein, der ab 2026 bei schweren Unfällen automatisierte Notrufe verspricht. Doch während neue Technologien großes Potenzial bieten, gibt es auch Bedenken in der Praxis. Mitarbeitende im Rettungsdienst hegen Skepsis gegenüber digitalen Verfahren. Datenschutz bleibt ein wichtiges Thema, stellt aber kein unüberwindbares Hindernis dar.
Künstliche Intelligenz (KI) könnte in der Notfallmedizin ebenfalls eine Rolle spielen, doch hier muss Vertrauen und Zuverlässigkeit aufgebaut werden. Initiativen wie die von Fraunhofer IESE unterstützen die Digitalisierung in der Notfallmedizin mit Projekten, die auf moderne Lösungen setzen.
Zusammenfassend ist die digitale Vernetzung in der Notfallmedizin ein zukunftsweisender Schritt, der nicht nur die Arbeit der Rettungsdienste erleichtert, sondern vor allem das Wohl der Patienten in den Mittelpunkt stellt. Es bleibt zu hoffen, dass diese Entwicklungen in naher Zukunft flächendeckend umgesetzt werden.