Arztpraxen in Nordsachsen: Patienten kämpfen um Erreichbarkeit!

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Nordsachsen kämpft mit schlechter Erreichbarkeit von Arztpraxen. Umfrage zeigt massive Unzufriedenheit der Patienten.

Nordsachsen kämpft mit schlechter Erreichbarkeit von Arztpraxen. Umfrage zeigt massive Unzufriedenheit der Patienten.
Nordsachsen kämpft mit schlechter Erreichbarkeit von Arztpraxen. Umfrage zeigt massive Unzufriedenheit der Patienten.

Arztpraxen in Nordsachsen: Patienten kämpfen um Erreichbarkeit!

Die medizinische Versorgung in Nordsachsen steht auf der Kippe. Eine aktuelle Umfrage zeigt, dass Patienten in der Region mit der Erreichbarkeit von Arztpraxen unzufrieden sind. Nur 15 % der Befragten aus Nordsachsen können ohne Auto gut zu ihrer Arztpraxis gelangen, während es im Bund immerhin 31 % sind. Das schürt Ängste, dass vor allem ältere Menschen und solche mit eingeschränkter Mobilität die notwendige medizinische Versorgung nicht erhalten können. Laut lvz.de haben 34 % der Befragten die medizinische Versorgung vor Ort als „deutlich verschlechtert“ wahrgenommen, was eine alarmierende Summe darstellt.

Ein Lichtblick tut sich jedoch auf: Trotz der Schwierigkeiten sind 68 % der Nordsachsen mit der hausärztlichen Versorgung „eher“ oder „sehr“ zufrieden, was knapp über dem bundesweiten Durchschnitt von 65 % liegt. Dennoch ist die Zufriedenheit mit der fachärztlichen Versorgung alarmierend niedrig: Nur 17 % der Nordsachsen gaben hier ihre Zustimmung an, während im Bund 32 % zufrieden sind. Der Mangel an Fachärzten, insbesondere in den Bereichen Augenheilkunde, Dermatologie und Orthopädie, spiegelt die deutschlandweiten Herausforderungen in der ländlichen Gesundheitsversorgung wider.

Bericht über die Fachärztesituation

Die Erhebung deutet darauf hin, dass die Fachärztelandschaft in Nordsachsen erheblich verbessert werden muss. 67 % der Befragten empfinden die Problematik der Aufnahme neuer Patienten bei Hausärzten als gravierend, während dieser Anteil bei Fachärzten sogar bei 71 % liegt. Im Vergleich zum Bund, wo die Werte bei 60 % respektive 66 % liegen, wird hier das Ausmaß der Herausforderung deutlich. Besonders die ländlichen Regionen sind von der aktuellen Fachärztesituation betroffen, was die Mobilität der Patienten zusätzlich einschränkt. Diese Problematik wird auch von den Experten der bpb bestätigt, die die Herausforderungen der Daseinsvorsorge in ländlichen Gebieten thematisieren.

Zusätzlich glaubt ein Drittel der Befragten nicht, im Krankheitsfall gut versorgt zu werden, und nur 44 % sind der Meinung, dass die Notfallversorgung schnell genug ist. Das sind beunruhigende Zahlen, die auf einen großen Reformbedarf hinweisen. Dies gilt vor allem in Ländlichkeiten, wo die medizinische und pflegerische Versorgung oft limitiert ist und neue innovative Ansätze notwendig sind, um die Daseinsvorsorge zu stärken.

Ein Blick in die Zukunft

Im Gespräch mit Hausarzt Sven Thielemann wird allerdings auch ein Hoffnungsschimmer erkennbar. Er verzeichnet eine positive Entwicklung durch die gestiegene Zahl von Weiterbildungsassistenten in der Region. Dies könnte langfristig dazu beitragen, die medizinische Versorgung in Nordsachsen zu verbessern. Der Altkreis Torgau hat derzeit einen Versorgungsgrad von 67,1 % und 14,5 offene Hausarztstellen, was die Verbesserung der Situation besonders dringend macht.

Wie die Umfrage zeigt, wünschen sich viele Befragte weniger Hürden für die elektronische Patientenakte (ePA) und unterstützen die Idee einer stärkeren Belohnung gesunden Lebensstils durch Krankenkassen. 76 % der Befragten befürworten niedrigere Hürden für assistierte Sterbehilfe, ein sensibles Thema, das viele Menschen bewegt, und 57 % sind für eine automatische Organspende nach dem Tod. Es bleibt abzuwarten, wie politisch auf diese Themen reagiert wird, um die Situation in Nordsachsen nachhaltig zu verbessern.

Die Herausforderungen in der ländlichen Gesundheitsversorgung sind nicht einzigartig für Nordsachsen. Viele ländliche Gemeinden in Deutschland stehen vor ähnlichen Problemen. Innovative Konzepte, wie Telemedizin und digitale Vernetzungen, können helfen, die medizinische Versorgung zu verbessern und eine reaktionsfähigere Gesundheitsinfrastruktur zu schaffen. Dies ist umso wichtiger, da die älter werdende Bevölkerung im ländlichen Raum einer zunehmend höheren Krankheitslast ausgesetzt ist, die ohne angemessene Versorgung nicht bewältigt werden kann.