Auleben und Hamma: Bürger lehnen Windpark mit überwältigender Mehrheit ab!

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Bürger in Auleben und Hamma lehnen neue Windparks ab. Ergebnisse der Befragungen fließen in die politische Planung ein.

Bürger in Auleben und Hamma lehnen neue Windparks ab. Ergebnisse der Befragungen fließen in die politische Planung ein.
Bürger in Auleben und Hamma lehnen neue Windparks ab. Ergebnisse der Befragungen fließen in die politische Planung ein.

Auleben und Hamma: Bürger lehnen Windpark mit überwältigender Mehrheit ab!

Im nordthüringischen Landkreis Nordhausen wird die Windkraftdiskussion zunehmend hitziger. Eine kürzlich durchgeführte Bürgerbefragung in den Orten Auleben und Hamma hat klaren Widerstand gegen den geplanten Windpark gezeigt. In Auleben sprachen sich beeindruckende 96% der Bürger gegen das Projekt aus, während in Hamma 91% ihre ablehnende Haltung signalisierten. Bürgermeister Matthias Marquardt (Linke) hob hervor, wie wichtig dieses Meinungsbild für die politischen Entscheidungen der Gemeinde ist. Es steht fest: Die Landgemeinde Heringen/Helme ist grundsätzlich offen für Windparks, doch die Opposition richtet sich spezifisch gegen die Standorte Auleben und Badra berichtet MDR.

An den Bürgerbefragungen, die über zwei Wochen liefen, nahmen unterschiedlich viele Bürger teil. In Auleben lag die Beteiligung bei 57%, in Hamma hingegen bei 42%. Trotz des klaren Ergebnisses hat die Bürgerbefragung rechtlich keine Konsequenzen, wird aber in die Stellungnahme der Gemeinde bezüglich des Windvorranggebietes Auleben/Badra einfließen so MDR.

Die speziellen Herausforderungen in Auleben

Auleben hat mit seiner Gipskarstlandschaft und den damit verbundenen Denkmalschutzauflagen eine besonders geschützte Stellung. Dies könnte ein weiterer Grund für die hohe Ablehnung der Windkraftanlagen durch die Bürger sein. Laut dem Planungsbeschluss der regionalen Planungsversammlung Nordthüringen vom Juni wird die Fläche für Windräder in Nordthüringen jedoch mehr als verdoppelt, mit dem Ziel, bis Ende 2027 mindestens 2,5% der Landesfläche für Windkraft zur Verfügung zu stellen verweist Windenergie Thüringen.

Das Wind-an-Land-Gesetz, das seit Februar 2023 in Kraft ist, sieht vor, dass in Thüringen bis 2032 2,2% der Landesfläche für Windkraftanlagen ausgewiesen werden müssen. Dies stellt die Windenergie als ertragreichste erneuerbare Energiequelle in Thüringen in den Vordergrund und soll die Unabhängigkeit von fossilen Importen stärken. Zudem wird vonseiten des Umweltministeriums ein Windbeteiligungsgesetz angedacht, um Kommunen und Bürger:innen mehr Vorteile aus der Windnutzung zu bieten.

Blick über den Tellerrand: Bürgerbefragungen in Esens

Kurzum, die Windkraft wird auch anderswo in Deutschland heftig diskutiert. In der Samtgemeinde Esens wird eine neue Bürgerbefragung zum Thema Windkraft vorbereitet. Dabei hat sich der Samtgemeinderat einstimmig für eine differenzierte Meinungsäußerung der Bürger ausgesprochen. Samtgemeindebürgermeister Harald Hinrichs merkt an, dass sich die Rahmenbedingungen und die politische Stimmung in den letzten Jahren verändert haben. Anders als 2016, als 79,75% der Bürger gegen neue Windkraftanlagen waren, sollen diesmal mehrere Antwortmöglichkeiten angeboten werden, um den unterschiedlichen Ansichten der Bürger gerecht zu werden berichtet NWZ online.

Die neue Befragung wird im ersten Quartal 2024 gestartet und über drei Wochen laufen. Ziel ist es, den Bürger:innen die Chance zu geben, nicht nur ein einfaches „Ja“ oder „Nein“ abzugeben, sondern detailliertere Meinungen zum Thema Windkraft zu äußern. Dies könnte eine wichtige Rolle für die zukünftige Windkraftpolitik in der Region spielen.

Insgesamt zeigt sich, dass die Akzeptanz von Windkraftprojekten stark von regionalen Gegebenheiten und der Bürgermeinung abhängt. Ob und wie die politischen Entscheidungsträger auf die Ergebnisse der Befragungen in Auleben, Hamma und Esens reagieren, wird sich zeigen.