Gefährliche Chemikalien im Trinkwasser: PFAS bedrohen unsere Gesundheit!
Erfahren Sie alles über die PFAS-Belastungen in Thüringen und deren Gesundheitsrisiken. Aktuelle Entwicklungen und Regulierungen.

Gefährliche Chemikalien im Trinkwasser: PFAS bedrohen unsere Gesundheit!
Die Diskussion um PFAS, die sogenannten „Per- und polyfluorierten Alkylsubstanzen“, gewinnt zunehmend an Bedeutung, besonders wenn es um die mögliche Belastung unseres Trinkwassers geht. Laut dem Bundesumweltministerium sind weltweit etwa 10.000 dieser chemischen Verbindungen bekannt, die seit den 1940er Jahren produziert werden. Diese Stoffe sind nicht nur in Löschschaum und Pfannenbeschichtungen enthalten, sondern finden sich auch in Outdoorbekleidung und sogar in einigen Pestiziden, die über die Landwirtschaft in unsere Umwelt gelangen, wie MDR berichtet.
PFAS sind sogenannte „ewige Chemikalien“, da ihre Moleküle aus Kohlenstoff- und Fluoratomen bestehen, die äußerst resistent gegen Umwelteinflüsse sind. Dies macht sie wasser-, fett- und schmutzabweisend, aber auch problematisch für die Umwelt und die Gesundheit. Die Europäische Umweltagentur warnt vor den gesundheitlichen Risiken, die von PFAS ausgehen können, einschließlich Leberschäden, Schilddrüsenerkrankungen und sogar Krebs. Diese Problematik hat in den letzten Jahren zu einem verstärkten regulativen Vorgehen gegen einige der schädlichsten Verbindungen geführt.
Regulierungen und Grenzen
Bereits seit Mitte der 2000er Jahre sind einige PFAS reguliert, doch die Maßnahmen beschränken sich vorerst auf die am stärksten konzentrierten Verbindungen. Laut ECHA wurden PFOS und seine Derivate bereits 2009 im Rahmen des Stockholmer Übereinkommens verboten, und seitdem hat die EU die Regelungen ständig ausgeweitet. So sind PFOA und seine Salze seit Juli 2020 in der EU verboten, während jüngste Entwicklungen das Einführen von PFHxS in die entsprechenden Regelungen vorgesehen haben.
Die neuen europäischen Richtlinien zur Trinkwasserqualität treten seit dem 12. Januar 2021 in Kraft und setzen eine Obergrenze von 0,5 µg/l für alle PFAS. Es ist jedoch zu beachten, dass die Regulierung lediglich die gefährlichsten Stoffe umfasst und die Vielzahl an noch nicht regulierten PFAS eine ernst zu nehmende Herausforderung darstellt.
Gesundheitliche Risiken im Fokus
Die gesundheitlichen Auswirkungen von PFAS sind in den letzten Jahren verstärkt in den Fokus gerückt. Studien zeigen, dass PFAS in den Blutseren von 97% der Amerikaner nachgewiesen werden konnten. Zu den potenziellen Gesundheitsrisiken zählen unter anderem ein erhöhtes Risiko für Typ-2-Diabetes bei Frauen und mögliche Auswirkungen auf die Pubertätsentwicklung bei Mädchen. Eine Forschungseinrichtung, die National Institute of Environmental Health Sciences (NIEHS), hat dazu bereits zahlreiche Studien in Auftrag gegeben, um die Auswirkungen dieser Chemikalien besser zu verstehen, wie NIEHS mitteilt.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Thematik um PFAS weitreichende Auswirkungen auf unsere Gesundheit und Umwelt hat. Dabei ist es wichtig, nicht nur regulative Maßnahmen zu ergreifen, sondern auch das Bewusstsein der Bevölkerung für die Gefahren dieser Chemikalien zu schärfen. Es liegt viel an uns allen, die Aufmerksamkeit auf dieses komplexe Thema zu richten, damit künftige Generationen in einer gesünderen und sichereren Umwelt leben können.