Fledermaus-Nothilfe in Thüringen: Retter kämpfen Tag und Nacht!
In Gera helfen Ines Schmidt und Lutz Bachmann verletzten Fledermäusen. Erfahren Sie, wie sie einen wichtigen Beitrag zum Fledermausschutz leisten.

Fledermaus-Nothilfe in Thüringen: Retter kämpfen Tag und Nacht!
In Thüringen ist die Liebe zu den kleinen Flugkünsten der Nacht ungebrochen. Hier leben rund 20 verschiedene Fledermausarten, die jedoch durch menschengemachte Veränderungen in ihrer Umgebung großen Herausforderungen gegenüberstehen. Ines Schmidt und Lutz Bachmann, die Betreiber der Fledermaus-Nothilfe Gera, setzen sich unermüdlich für den Schutz dieser faszinierenden Tiere ein. Jeden Tag arbeiten sie daran, verletzten Fledermäusen zu helfen und dafür auch mal nach Zwickau zu reisen, um wertvolle Unterstützung zu leisten. MDR berichtet über ihre beeindruckende Arbeit, während sie gleichzeitig Vollzeitjobs und familiäre Verpflichtungen meistern.
Aktuell leben acht Fledermäuse in der Obhut von Ines Schmidt, wobei zwei von ihnen besondere Intensivbetreuung benötigen. Die Fütterung der Tiere geschieht alle zwei Stunden, sogar nachts – und das mit lebenden Mehlwürmern. Eine echte Herausforderung, besonders wenn es sich um junge Fledermäuse handelt, die noch auf die Fürsorge ihrer Retter angewiesen sind. Ines Schmidt erklärt, dass nur die Tiere bei ihnen bleiben, die nicht länger als 20 Minuten fliegen können. Die beiden Helfer haben in diesem Jahr bereits 88 Einsätze geleistet, was die Dringlichkeit und Bedeutung ihrer Aufgabe unterstreicht.
Die Herausforderungen für Fledermäuse
Die Situation der Fledermäuse ist angespannt. Laut Informationen vom NABU leiden viele Arten unter der intensiven Land- und Forstwirtschaft sowie der Zerstörung natürlicher Lebensräume. Die Vernichtung traditioneller Quartiere und die Verringerung der Nahrungsquellen sind dabei die Hauptprobleme. Hier sind auch die NABU- und NAJU-Gruppen gefragt, die durch Vorträge, Exkursionen sowie den Bau von Nistkästen aktiv zum Fledermausschutz beitragen.
Um den Schutz der Fledermäuse weiter zu verbessern, hat die Sonderaufgabe „Fledermausschutz“ des Natura 2000 Netzwerks in Thüringen das Ziel, sich um die Belange aller relevanten Arten zu kümmern. Wie die Stiftung Fledermaus auf ihrer Webseite berichtet, umfasst das unter anderem das Quartiermanagement und die Unterstützung von Projektträgern, um die Lebensräume und ökologischen Erfordernisse für heimische Fledermausarten zu sichern und auch gefährdete Stellen zu identifizieren.
Fledermäuse schützen, die Bevölkerung sensibilisieren
Mit über 35 ausgewiesenen FFH-Objekten in Thüringen wird deutlich, wie wichtig der Erhalt und die Wiederherstellung der biologischen Vielfalt in der Region ist. Diese Projekte werden oft in Zusammenarbeit mit lokalen Partnern aus Landwirtschaft und Forstwirtschaft realisiert, um die Strukturen vor Ort zu stärken. Öffentlichkeitswirksame Projekte zielen darauf ab, das Bewusstsein für heimische Tiere und Pflanzen zu schärfen und die Bevölkerung aktiv in den Fledermausschutz einzubinden.
Ines Schmidt sucht derzeit über Facebook nach weiteren Helfern, um die Arbeit der Nothilfe zu unterstützen. Leider scheitern viele Bewerber an der Voraussetzung einer Tollwutimpfung, da Fledermäuse potenzielle Überträger sein können. Gleichwohl bleibt zu wünschen, dass noch mehr Menschen ein Interesse an der faszinierenden Welt der Fledermäuse entwickeln und sich aktiv für ihren Schutz einsetzen.