Schichtwechsel in Gera: Inklusion von Menschen mit Behinderung im Fokus!
Gera nahm am Aktionstag "Schichtwechsel" teil, um Inklusion und Barrierefreiheit am Arbeitsplatz zu fördern und Berührungsängste abzubauen.

Schichtwechsel in Gera: Inklusion von Menschen mit Behinderung im Fokus!
Am 25. September 2025 fand in Gera der bundesweite Aktionstag „Schichtwechsel“ statt, bei dem Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Region ihre Arbeitsplätze für einen Tag tauschten. Der Aktionstag, der von der Bundesarbeitsgemeinschaft Werkstätten für behinderte Menschen e.V. ins Leben gerufen wurde, zielt darauf ab, Berührungsängste abzubauen und die Inklusion von Menschen mit Behinderung im Arbeitsleben zu fördern. Über 4.800 Teilnehmer, darunter 2.700 Beschäftigte aus Werkstätten und 2.100 Tauschpartner, engagierten sich an diesem Tag, um Einblicke in die jeweiligen Arbeitswelten zu erhalten und neue Perspektiven zu gewinnen. Gera.de berichtet, dass auch in Gera dieser Tag mit verschiedenen Aktionen gefeiert wurde.
Ein besonderes Highlight war der Arbeitsplatzwechsel zwischen einem Mitarbeiter des Geraer Tierparks und Kathleen Lässig, die normalerweise in der Gemüseverarbeitung auf dem Biohof Aga tätig ist. Im Tierpark unterstützte Kathleen beim Bau eines neuen Zauns für die Owamboziegen, während sie von René Meyer von der Lebenshilfe und Sven Zimmermann, einem Handwerker im Tierpark, betreut wurde. Kurt Dannenberg, der Oberbürgermeister von Gera, begrüßte die Initiative und unterstrich die gesellschaftliche Bedeutung der Inklusion.
Zusätzliche Einblicke und Erfolge
In ganz Deutschland erlebten dieses Jahr zahlreiche Beschäftigte, wie wertvoll der Austausch zwischen Menschen mit und ohne Behinderung sein kann. Beispielsweise tauschte der 38-jährige Mesut Öztas seinen Arbeitsplatz in einer Schreinerei mit einer Verwaltungstätigkeit im Landkreis Mainz-Bingen. Er hofft, durch solche Initiativen einen Platz auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt zu finden, und träumt von einem eigenen Leben mit Wohnung und Auto. Auch Patricia Retzlaff, die ihre Bürotätigkeiten gegen handwerkliche Tätigkeiten in der Schreinerei tauschte, profitierte von diesem Tag. Laut Tagesschau soll der Aktionstag Arbeitgebern eine realistische Vorstellung von den Fähigkeiten und der Motivation von Menschen mit Behinderung vermitteln.
An weiteren Einsatzstellen, wie der Deutschen Rentenversicherung Bund, erleben Führungskräfte ein äußerst lehrreiches Programm. 27 Führungskräfte hospitierten in Werkstätten für Menschen mit Behinderungen, um deren Potenziale und Herausforderungen kennenzulernen. Hier konnten rund 20 Beschäftigte der Werkstätten in verschiedenen Teams der Rentenversicherung hospitieren und die vielfältigen Bereiche des Unternehmens kennenlernen – von der Rente über die Rehabilitation bis hin zum Diversity Management. Ziel dieser Aktionen ist es, Vorurteile abzubauen und den Horizont für inklusive Arbeitsplätze zu erweitern. Der Aktionstag hätte laut Deutsche Rentenversicherung im Vorjahr bereits über 4.200 Teilnehmer verzeichnet, was deutlich zeigt, dass das Interesse an inklusiven Arbeitsmöglichkeiten wächst.
Am Ende des Tages bleibt festzuhalten: Der „Schichtwechsel“ bringt nicht nur Menschen näher zusammen, sondern zeigt auch, wie wichtig das Verständnis für die Fähigkeiten aller Mitglieder unserer Gesellschaft ist. Solche Initiativen sind ein Schritt in die richtige Richtung, um eine inklusive Arbeitswelt zu schaffen, in der jeder Mensch sein Potenzial entfalten kann.