Erster Schülervertretertag in Nordhausen: Jugendliche gestalten Zukunft!
Erster Schülervertretertag in Nordhausen: 22 Schüler diskutieren Mitbestimmung und Unterstützung, gefördert von "Demokratie leben!".

Erster Schülervertretertag in Nordhausen: Jugendliche gestalten Zukunft!
Heute, am 7. November 2025, fand in der Rothleimmühle ein bedeutender Anlass für die Jugend im Landkreis Nordhausen statt – der erste Schülervertretertag der weiterführenden Schulen. 22 Schülersprecher zusammen mit ihren Stellvertretungen nahmen an dieser Veranstaltung teil, die sich intensiv mit der Rolle der Schülervertretung, Mitbestimmung und den vorhandenen Unterstützungsstrukturen auseinandersetzte. Dabei war es nicht nur eine Plattform für Austausch, sondern auch eine Gelegenheit, direkt Ansprechpartner von wichtigen Institutionen, wie dem schulpsychologischen Dienst, dem Schulamt und dem Kinder- und Jugendparlament kennenzulernen, wie landkreis-nordhausen.de berichtet.
Stefan Nüßle, der 1. Beigeordnete des Landkreises, betonte in seinen Ausführungen die große Bedeutung der Mitbestimmung. Er unterstrich, dass die Stimme der Schüler nicht nur Gehör finden sollte, sondern dass echte Teilhabe an Entscheidungen für die Entwicklung einer lebendigen Schulkultur unverzichtbar ist. Nicht zuletzt wurde die Veranstaltung durch das Bundesprogramm „Demokratie leben!“ gefördert und war von der positiven Resonanz geprägt, die die Teilnehmenden hinsichtlich einer Spontan-Fortsetzung äußerten.
Die Herausforderungen der Mitbestimmung
Doch wie steht es um die tatsächliche Mitsprache der Schüler in deutschen Schulen? Eine aktuelle Studie der Bertelsmann Stiftung zeigt, dass viele Jugendliche im Alter von 12 bis 16 Jahren kaum Einfluss auf Entscheidungen in ihrer Schule haben. Rund die Hälfte der befragten Schülerinnen und Schüler berichtete, sich nicht gehört zu fühlen, was zu ernsthaften Fragen zu den Grenzen der Mitbestimmung führt. Insbesondere Gymnasiastinnen und Gymnasiasten bewerten ihr Mitspracherecht bei den Unterrichtsinhalten als geringer im Vergleich zu anderen Schulformen. Matteo Feind, ein Kritiker der Scheinbeteiligung, fordert deutlichere Schritte zur Umsetzung echter Mitbestimmung, denn Schülervertretungen könnten eine Schlüsselrolle dabei spielen, Schülerinnen und Schülern ihre Rechte bewusst zu machen und ihnen ein Sprachrohr zu geben, so berichtet das deutsches-schulportal.de.
Ein zentrales Anliegen ist die Reform der Gremienstruktur, die gefordert wird, insbesondere um die Wahrnehmung von Schülerstimmen in den Schulkonferenzen zu stärken. Die bisherigen Beschlüsse im Kultusministerium sehen vor, dass zwar viele Beteiligte in die Gesamtkonferenz einbezogen werden, die Struktur jedoch nicht den demokratischen Prinzipien entspricht. Das zeigt sich beispielsweise daran, dass es oft an einem klaren Bewusstsein und Engagement der Schüler für ihre Rechte mangelt. Um dem entgegenzuwirken, sind Schulgesetzreformen geplant, die verbindliche Schülervertretungen an Grund- und Förderschulen sowie gesetzlich verankerte Klassenräte einführen sollen.
Auf dem Weg zu einem besseren Miteinander
Die Initiativen, die bei der Veranstaltung in Nordhausen gestartet wurden, könnten ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung sein. Workshops, veranstaltet von Schulsozialarbeitenden, bieten Raum für Austausch und Weiterbildung – von erworbenen Kenntnissen rund um Mitbestimmung bis hin zu möglichen Eigeninitiatoren von Projekten. So wird nicht nur das Bewusstsein für Mitbestimmung gestärkt, sondern auch das Engagement gefördert.
Es bleibt zu hoffen, dass solche Treffen, neben den impfenden Workshops, auch dazu beitragen, dass Jugendliche in Zukunft konsequenter in die Entscheidungsprozesse ihrer Schulen einbezogen werden. Schließlich ist eine fühlbare Partizipation nicht nur eine Chance für die Schüler:innen selbst, sondern auch für die Schulen und die gesamte Bildungslandschaft – ein gutes Händchen für die Zukunft!