Kälte-Chaos in Bad Sulza: 100 Mieter ohne Heizung und Wasser!
In Bad Sulza leidet die Bevölkerung unter ausfallender Heizung und gefährdeter Wasserversorgung, während der Vermieter Vivet in der Kritik steht.

Kälte-Chaos in Bad Sulza: 100 Mieter ohne Heizung und Wasser!
In Bad Sulza, Thüringen, herrscht das große Frieren. Rund 100 Menschen im „Gelben Viertel“ sind seit Tagen ohne funktionierende Heizung. Die Wohnungen im Viertel erreichen nicht einmal mehr 15 Grad, was gerade in der kalten Jahreszeit für die Bewohner eine echte Herausforderung ist. Marcus B., ein alleinerziehender Vater, macht seinem Unmut Luft: „Wir zahlen brav unsere Miete, aber die Heizungen bleiben kalt!“, klagt er und beschreibt die verzweifelte Lage seiner Familie, die sich mit Decken behilft und teilweise zu Verwandten auswandert, um nicht zu frieren.
Wie thueringen24.de berichtet, sind die Probleme auf die Vivet-Gruppe aus Gera zurückzuführen. Der Vermieter hat es über Monate versäumt, die gezahlten Nebenkosten an die Energieversorger weiterzuleiten, was zur Einstellung der Gasversorgung führte. Selbst ein Supermarkt in der Nähe ist von der Unterbrechung betroffen, was die Krisensituation in Bad Sulza weiter verschärft.
Krisenmanagement in Bad Sulza
Zur Linderung der Not hat die Stadtverwaltung um Bürgermeister Dirk Schütze (SPD) einen Krisenstab eingerichtet, der täglich tagt. Bislang wurden 40 Heizlüfter beschafft, die verteilt werden sollen. „Wir versuchen alles, um den Menschen zu helfen. Die Situation ist wirklich schlimm“, betont Schütze, der ein Insolvenzverfahren gegen die Vivet-Gruppe fordert und bereits einen entsprechenden Antrag beim Amtsgericht und der Staatsanwaltschaft gestellt hat.
Die Lage ist zudem brenzlig, da die Apoldaer Wasser GmbH aufgrund von Zahlungsrückständen ebenfalls mit der Abstellung der Wasserversorgung droht. Die Stadt führt bereits Gespräche mit dem Wasserversorger, um dies zu verhindern. Hier könnte ein Treuhandkonto eingerichtet werden, um die offenen Rechnungen zu begleichen.
Die Abwärtsspirale der Vivet-Gruppe
Die Vivet-Gruppe ist nicht nur in Bad Sulza, sondern auch in anderen Bundesländern wegen Zahlungsrückständen und maroder Immobilien bekannt. Es ist ein komplexes Firmengeflecht, das sogar in Städten wie Gera und im Saale-Holzland-Kreis die Mieter in Bedrängnis bringt. Bereits in der Vergangenheit gab es immer wieder Rückmeldungen über hohe Nebenkostennachforderungen und marode Gebäude, was dazu geführt hat, dass sich viele Mieter in äußerst prekären Situationen wiederfinden.
Für die Bewohner in Bad Sulza bleibt die Hoffnung auf schnellstmögliche Entspannung der Situation. Ein Umzug ist für viele aufgrund der Wohnungsnot in der Region keine Option. Ihre Geduld wird auf eine harte Probe gestellt, während sich die Verantwortlichen um Lösungen bemühen. Die Anwohner fragen sich, wie es weitergeht und wie lange sie noch der Kälte trotzen müssen.
Insgesamt zeigt diese Situation deutlich, wie wichtig eine transparente und zuverlässige Verwaltung von Wohnanlagen ist, um die Rechte der Mieter zu wahren und solche Krisen zu verhindern. Fest steht: Hier muss sich dringend etwas ändern.