Zurück nach Syrien? Merz fordert Abschiebungen für nicht rückkehrwillige Syrer!
Außenminister Wadephul diskutiert die Rückkehr syrischer Flüchtlinge aus Deutschland nach Syrien und die aktuelle Situation.

Zurück nach Syrien? Merz fordert Abschiebungen für nicht rückkehrwillige Syrer!
In einem aktuellen Besuch in Harasta, Syrien, hat Außenminister Johann Wadephul deutliche Worte zur Situation syrischer Flüchtlinge in Deutschland gefunden. Er betonte, dass “hier kaum Menschen würdig leben können”, was innerhalb der Unionsfraktion auf Irritation stieß. Dies kam, während Bundeskanzler Friedrich Merz Stellung nahm und erklärte, dass er keinen Grund mehr für Asyl in Deutschland sehe, nachdem der Bürgerkrieg in Syrien beinahe beendet ist. Merz teilte auch mit, dass diejenigen, die sich weigern, nach Syrien zurückzukehren, mit Abschiebungen rechnen müssen. Diese Aussagen haben heftige Kritik von den Koalitionspartnern SPD, den Grünen und der Linken hervorgerufen.
Die Zahlen sprechen eine eigene Sprache: Rund 951.406 Syrer leben zurzeit in Deutschland, sie stellen die drittgrößte ausländische Bevölkerungsgruppe dar. Vergleicht man das mit dem Stand Ende 2024, waren 975.060 Menschen mit syrischer Staatsangehörigkeit registriert. Die Einbürgerungen sind im Jahr 2024 mit 83.185 die höchste Zahl unter allen Nationalitäten und zeigen, dass das Interesse syrischer Flüchtlinge, sich in Deutschland einen stabilen Platz zu schaffen, stark ist. Über die Jahre ist der Trend in der Einbürgerung steigend: von 6.700 im Jahr 2020 auf über 75.500 im Jahr 2023.
Syrische Mediziner im Fokus
Ein weiterer interessanter Punkt ist die berufliche Integration der Syrer. Im April 2025 waren 299.730 Syrer erwerbstätig, wobei 249.000 eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung hatten. Unter ihnen sind sogar 7.042 syrische Ärzte, die die größte Gruppe ausländischer Mediziner in Deutschland ausmachen. Viele dieser Ärzte bringen wertvolle Fachkenntnisse mit, jedoch zeigt eine Umfrage, dass drei Viertel von ihnen eine Rückkehr nach Syrien in Betracht ziehen.
Rund 80.000 Syrer sind in sogenannten Engpassberufen tätig, die in Deutschland schwer zu besetzen sind. Das sind Berufe, in denen ein großer Bedarf besteht. Dennoch wird die Diskussion um Abschiebungen laut: 920 Personen aus Syrien sind ohne Duldungsstatus ausreisepflichtig, und auch 9.780 mit Duldungsstatus. Besonders straffällige Syrer sollen laut Regierungsplänen schneller abgeschoben werden; unter ihnen 55, die als Gefährder gelten.
Die Rückkehr nach Syrien
Die Bundesregierung unterstützt die Rückkehr nach Syrien: Seit dem Sturz von Baschar al-Assad sind bereits knapp 3.000 Menschen in ihre Heimat zurückgekehrt. Dies wirft Fragen auf, gerade angesichts der kritischen Stimmen aus den eigenen Reihen. Die Koalitionspartner sind vehement gegen die rigorosen Rückkehrpläne, insbesondere da die Sicherheitslage weiterhin besorgniserregend ist.
Die anhaltenden Diskussionen um Flüchtlinge und Migration sind ein heißes Eisen in der deutschen Politik. Der Widerstand gegen die Äußerungen von Merz und Wadephul wird sicherlich nicht verstummen, und die Situation in Syrien bleibt ein heiß umstrittenes Thema, das noch viele Debatten nach sich ziehen wird.