BVB / FREIE WÄHLER: Dringender Handlungsbedarf für sozialen Wohnungsbau!
Fraktion BVB / FREIE WÄHLER fordert für Barnim einen Bericht zur Wohnsituation und plant die Gründung einer Wohnungsbaugesellschaft.

BVB / FREIE WÄHLER: Dringender Handlungsbedarf für sozialen Wohnungsbau!
In einer Zeit, in der bezahlbarer Wohnraum mehr denn je gefragt ist, wird die Situation im Landkreis Barnim immer kritischer. Die Fraktion BVB / FREIE WÄHLER im Kreistag hat nun die Notwendigkeit eines umfassenden Berichts zur Wohnsituation in der Region gefordert. Laut Barnim Aktuell soll dieser Bericht die Grundlage für den Ausbau von sozialem und bedarfsgerechtem Wohnraum schaffen und die Gründung einer kreislichen Wohnungsbaugesellschaft vorbereiten.
Der Landkreis steht vor einer Vielzahl von Herausforderungen: Bevölkerungswachstum durch Zuzug, steigende Mietpreise und ein demografischer Wandel tragen zur Verknappung von Wohnraum bei. Vor allem der Bedarf an Sozialwohnungen mit Mietpreisbindung, barrierefreien und altersgerechten Wohnungen sowie studentischem Wohnen ist ein dringliches Anliegen.
Dringender Handlungsbedarf
Die geplante Bestandsaufnahme wird sich mit den aktuellen Mietpreisen und dem vorhandenen Wohnraum auseinandersetzen. Wie der Fraktionsvorsitzende Péter Vida betont, sind verlässliche Zahlen nötig, um klare, verbindliche Planungen für den sozialen Wohnungsbau zu erstellen. Das Ziel: günstiges Wohnen für Studierende, Familien, Senioren und Menschen mit Behinderungen.
„Diese Problematik betrifft uns alle“, erklärt Sven Weller, Gemeindevertreter in Schorfheide. Er fordert ebenfalls eine transparente Erhebung des Wohnungsbestands und plant bis 2030 sowohl Neubauten als auch Sanierungen. Zudem soll der Bericht dezentrale Potenziale in Städten und Gemeinden untersuchen. In der Vergangenheit gab es bereits Anträge, etwa 2018 für einen „Fördertopf für Wohnungsbau“.
Bundesweite Entwicklungen
Auf nationaler Ebene hat der Haushaltsgesetzgeber 2024 das Förderprogramm Klimafreundlicher Neubau im Niedrigpreissegment (KNN) ins Leben gerufen. Dieses Programm von GDW zielt darauf ab, den regulären bezahlbaren Wohnungsbau zu fördern. Obwohl die Initiative mit einer Milliarde Euro für zehn Jahre ausgestattet ist, sind Experten der Ansicht, dass mindestens drei Milliarden Euro notwendig wären, um wirklich nennenswerte Erfolge zu erzielen und die Miethöhen zu begrenzen.
Laut dem KNN-Programm liegt der Fokus auf der Schaffung von Wohnraum für die breite Bevölkerung, nachdem die bisherige Förderung sich hauptsächlich auf sozialen Wohnraum konzentrierte, während der reguläre „Mittelbau“ dem Markt überlassen blieb. Aktuell liegt die Nettokaltmiete im frei finanzierten Wohnungssegment bei etwa 18 bis 20 Euro pro Quadratmeter – für viele einfach unerschwinglich.
Innovative Ansätze für die Zukunft
Das Forschungsprojekt „Bezahlbares und zukunftsfähiges Bauen und Wohnen“, das von BBSR unterstützt wird, hat 20 Grundsätze erarbeitet, um die Vereinbarkeit von bezahlbarem und zukunftsfähigem Bauen zu sicherzustellen. Unter den Empfehlungen sind unter anderem die kompakte Ausnutzung von Grundstücken, standardsenkende Maßnahmen sowie ein garantierter Lebenszyklus der Bezahlbarkeit von Wohn- und Mietkosten enthalten.
Ein zukunftsfähiger Wohnungsbau sollte nicht nur kostengünstig, sondern auch nachhaltig gestaltet werden. Dazu gehört auch die Integration regenerativer Energien und eine reduzierte Anzahl an Kfz-Stellplätzen, um alternative Mobilitätsangebote zu schaffen. Diese Ansätze könnten wesentliche Beiträge zur Verbesserung der Wohnsituation in Barnim leisten.
Zusammenfassend ist klar, dass ein aktives und koordiniertes Vorgehen erforderlich ist, um die Herausforderungen im Bereich des Wohnungsbaus anzugehen. Die Forderungen nach mehr sozialem Wohnraum und einer klaren Strategie für die Zukunft sind aktueller denn je.