Brandenburg schützt Ostmoderne: 3 Millionen Euro für Frankfurt (Oder)
Brandenburg plant den Erhalt von DDR-Bauten zur Förderung der Ostmoderne, unterstützt durch Millionenförderungen für Stadtprojekte.

Brandenburg schützt Ostmoderne: 3 Millionen Euro für Frankfurt (Oder)
In Brandenburg wird derzeit eine wichtige Initiative zum Erhalt der Bauwerke der Ostmoderne vorangetrieben. Die Landesregierung unter der Leitung von Kulturministerin Manja Schüle und Infrastrukturminister Detlef Tabbert plant, ausgewählte DDR-Bauten in die Denkmalliste einzutragen, um dieser besonderen Architektur Wertschätzung zu zeigen. Diese Entscheidung wurde während einer Pressefahrt in Frankfurt (Oder) bekannt gegeben, wie rbb24 berichtet.
Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Stadt Frankfurt (Oder), die eine Förderung von drei Millionen Euro für städtebauliche Projekte erhält. Diese Gelder könnten unter anderem für das Gemeindehaus der Katholischen Kirche sowie für die Gestaltung der Großen Scharrnstraße verwendet werden. Es geht darum, die architektonische Vielfalt und die Geschichten, die mit den Monumenten verbunden sind, zu bewahren. Landeskonservator Thomas Drachenberg hebt hervor, dass DDR-Bauten oft mit bedeutenden Geschichten gefüllt sind, die es wert sind, erzählt zu werden, so MAZ.
Der Denkmalschutz als Chance für die Stadtentwicklung
Denkmalschutz bringt jedoch nicht nur Vorteile mit sich – er kann auch zu einem zusätzlichen Mehraufwand führen, insbesondere bei geplanten Umbauten, wie etwa dem Anbau einer Kita am Gemeindehaus. Dennoch betonen Minister Tabbert und Schüle die entscheidende Rolle des Denkmalschutzes für die Stadtentwicklung. Die Verbindung zwischen traditioneller Baukunst und modernen Nutzungsmöglichkeiten steht im Fokus, wie auch das Beispiel des ehemaligen Lichtspieltheaters zeigt, das in ein Kunstmuseum umgewandelt werden soll.
Insgesamt sind in Brandenburg rund 14.000 Baudenkmale in der Denkmalliste verzeichnet – von mittelalterlichen Klöstern bis hin zu Bauten der Ostmoderne. Für das Jahr 2024 stehen über 38 Millionen Euro für die Sanierung von Denkmalen zur Verfügung, ein klarer Beweis für das zunehmende Interesse an dieser speziellen Architektur, das auch der Landeskonservator unterstützt. “Aber wie viele dieser Baudenkmale tatsächlich zur Ostmoderne zählen, steht noch in den Sternen,” merkt der Nordkurier an.
Brandenburg zeigt einen klaren Willen, die Identität und die Erinnerungskultur zu stärken, indem die bedeutende Ostmoderne erhalten bleibt. Dieses Vorhaben soll nicht nur die architektonischen Schätze der Nachkriegszeit in die Zukunft tragen, sondern auch den Bewohnern und Besuchern von Städten wie Frankfurt (Oder) ein Stück ihrer Geschichte näherbringen.