Über 100 Cottbus-Fans ohne Ticket im Zug nach München festgenommen!
Über hundert Cottbus-Fans reisten am 2.11.2025 ohne Ticket nach München. Mehr Infos zu Sicherheitsmaßnahmen und Polizeikosten.

Über 100 Cottbus-Fans ohne Ticket im Zug nach München festgenommen!
Am 2. November 2025 sorgte ein Vorfall am Hauptbahnhof in München für Aufregung: Über hundert Fußballfans von Energie Cottbus reisten ohne Tickets in einem Zug nach München, um das Spiel ihrer Mannschaft gegen den TSV 1860 München zu besuchen. Die Bundespolizei wurde aktiv und richtete am Bahnhof eine Bearbeitungsstraße ein, um die Situation zu klären. Dabei wurden etwa 250 Personen überprüft, was die Anzahl der kontrollierten Fans unterstrich, und es war eine beachtliche Anzahl von rund 100 Einsatzkräften vor Ort, um die Situation zu managen. Antenne.de berichtet, dass der Zug aufgrund der fehlenden Tickets auf ein anderes Gleis umgeleitet wurde. Dies führte zur Beschädigung von zwei Sitzen im ICE, da die Sitzflächen aus ihrer Verankerung gerissen wurden.
Die Kontrolle der Cottbuser Fans war nur der Anfang eines Tages, der für einige nicht wie geplant verlief. Nach der Überprüfung wurden die Fans von der Polizei bis zur U-Bahnstation Wettersteinstraße begleitet, um einen weiteren Vorfall zu verhindern. Solche Situationen werfen immer wieder spannende Fragen zur Verantwortung und Kostenverteilung auf, besonders in Anbetracht der jüngsten Rechtsentwicklungen.
Wer zahlt die Rechnungen?
Ein Thema, das im Zusammenhang mit solchen Vorfällen nicht unbeachtet bleiben sollte, sind die steigenden Kosten für Polizeieinsätze bei Fußballspielen. Sportrechtler Martin Nolte erklärte in einem Interview, dass das Bundesverfassungsgericht derzeit prüft, wer die finanziellen Lasten bei erhöhtem Sicherheitsrisiko trägt. Bereits Bremen hat 2014 eine Regelung eingeführt, die der Deutschen Fußball Liga (DFL) einen Teil der Kosten für Polizeieinsätze in Rechnung stellt. Wie rbb24.de berichtet, argumentiert Bremen, dass Steuerzahler nicht für die Sicherheitskosten von Risikospielen aufkommen sollen.
Die DFL sieht die Aufrechterhaltung der Sicherheit hingegen als eine der politischen Kernaufgaben an, die durch die öffentlichen Mittel finanziert werden sollte. In einem bevorstehenden Urteil wird entschieden, ob die DFL für zusätzliche Polizeikosten bei Hochrisikospielen aufkommen muss. Dies könnte weitreichende Folgen für die Organisation zukünftiger Fußballspiele haben, da auch die Kosten für Polizeieinsätze exorbitant gestiegen sind, wie die vergangene Erfahrung mit einem Hochrisikospiel zwischen Werder Bremen und dem Hamburger SV zeigt.
F Folgen aus den Gerichtsentscheidungen
Ein Urteil, das für den 14. Januar 2025 angesetzt ist, könnte die finanziellen Verpflichtungen der DFL und der angeschlossenen Klubs erheblich beeinflussen. Diese Änderungen könnten dazu führen, dass die Klubs zusätzliche Kosten auf die Ticketpreise umlegen müssen, auch wenn dazu bisher keine konkreten Ankündigungen gemacht wurden. Laut fachanwalt.de könnte ein solches Urteil auch andere Bundesländer dazu veranlassen, ähnliche Kostenregelungen für Polizeieinsätze zu verfolgen.
Die Thematik der Polizeikosten ist komplex und wirft Fragen auf, die sowohl die Fankultur als auch die Finanzierungsmodelle im deutschen Profifußball betreffen. Insbesondere angesichts steigender Polizeieinsatzstunden und der potenziellen Einschränkung der Fanaktivitäten könnte sich das Gesicht der Fußballszene in Deutschland nachhaltig verändern.