Geflügelpeste in Thüringen: 400.000 Tiere gefallen – Das Ende der Hühner?
Im Landkreis Märkisch-Oderland müssen aufgrund der Vogelgrippe 130.000 Tiere getötet werden. Die Situation bleibt angespannt.

Geflügelpeste in Thüringen: 400.000 Tiere gefallen – Das Ende der Hühner?
Ein Schatten breitet sich über die ländlichen Weiten Deutschlands aus: Die Geflügelpest, auch bekannt als Vogelgrippe, wreakt derzeit in verschiedenen Regionen erhebliche Schäden. Besonders betroffen sind Bundesländer wie Thüringen und Niedersachsen. Laut Thüringen24 sorgt dieses Virus für gespenstische Stille auf den Feldern, wo sich die Hühner und anderes Geflügel zurückziehen müssen. In diesem Jahr wurden bereits rund 400.000 Tiere in Deutschland getötet, um die Ausbreitung der Erkrankung einzudämmen.
Die Situation ist besonders besorgniserregend, da in Thüringen und Niedersachsen zuletzt mehrere Infektionsfälle aufgedeckt wurden. In Thüringen wurde das hochansteckende H5N1-Virus festgestellt, während im Landkreis Gotha eine Stallpflicht verordnet wurde, um den Kontakt zwischen Wild- und Nutzgeflügel zu minimieren. Prof. Christa Kühn, Präsidentin des Friedrich-Loeffler-Instituts, warnt davor, dass das Schlimmste möglicherweise noch bevorsteht.
Aktuelle Entwicklungen in Niedersachsen und Emsland
Im Emsland hat man bereits mehrere Maßnahmen ergriffen, um die Ausbreitung zu verhindern. Am 30. Oktober 2025 wurde der erste Fall in einer Putenmastanlage in Geeste bestätigt. Daraufhin wurden die Tiere tierschutzgerecht getötet und der Betrieb gereinigt und desinfiziert. Kurz darauf, am 31. Oktober, kam es zu einem weiteren Fall, diesmal in einer Putenmastanlage in Lengerich, wo etwa 18.000 Tiere betroffen waren. Emsland.de berichtet von Schutzzonen, die eingerichtet wurden, um die heimischen Bestände zu schützen.
Die Stallpflicht, die am 28. Oktober erlassen wurde, gilt für alle Geflügelarten in Haltungen mit mehr als 50 Tieren und soll bis auf Weiteres aufrechterhalten werden. Kleinere Haltungen sind von dieser Pflicht ausgenommen, was kleinen Landwirten ein wenig Luft gibt.
Ein Blick nach Brandenburg und in die Zukunft
In Brandenburg sieht die Lage ähnlich dramatisch aus. Hier wurde im Landkreis Märkisch-Oderland die Tötung von weiteren 130.000 Tieren angeordnet. Auch in Mecklenburg-Vorpommern müssen bereits fast 150.000 Legehennen weichen. Das hohe Risiko einer weiteren Ausbreitung wird durch den Vogelzug im Herbst verstärkt, wodurch sich das Virus infizierter Wildvögel flächendeckend verbreiten kann. Ein massenhaftes Sterben von Kranichen mit 65 nachgewiesenen H5N1-Fällen wurde bereits im brandenburgischen Linumer Teichland festgestellt.
Für die Bevölkerung besteht derzeit ein geringes Infektionsrisiko, jedoch warnt das FLI vor Kontakt zu toten oder kranken Wildvögeln und betont die Notwendigkeit strenger Hygienemaßnahmen. Der Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer (CSU) fordert zudem eine Erhöhung der Entschädigungszahlungen für die gekeulten Tiere von 50 auf bis zu 110 Euro pro Tier, um die betroffenen Betriebe zu unterstützen.
Wie sich die Situation in den kommenden Wochen entwickeln wird, bleibt abzuwarten. Die Tierhalter in Deutschland sind gefordert, besonnen zu handeln, um die Gesundheit ihrer Bestände zu sichern und eine weitere Verbreitung des Virus zu verhindern.