Vogelgrippe erfasst Brandenburg: 155.000 Tiere gerettet oder getötet!
Die Vogelgrippe breitet sich in Brandenburg aus: Über 500.000 Tiere betroffen, Stallpflicht und Hygienevorkehrungen empfohlen.

Vogelgrippe erfasst Brandenburg: 155.000 Tiere gerettet oder getötet!
Die Vogelgrippe hat derzeit die Geflügelfarmen in Deutschland fest im Griff. Eine aktuelle Situation, die für viel Besorgnis sorgt: In zehn Bundesländern werden zunehmend Ausbrüche der Geflügelpest gemeldet, und das hat bereits zur Tötung von über 500.000 Tieren geführt. Allein in Brandenburg wurden etwa 155.000 Vögel wegen elf nachgewiesener Fälle getötet. Laut maz-online sind in den letzten Wochen rund 50 Ausbrüche in kommerziellen Geflügelhaltungen registriert worden.
Besonders beunruhigend sind die Informationen über die gerade beginnende Zugzeit der Wildvögel, zu denen Gänse und Enten zählen. Das erhöht das Risiko einer weiteren Ausbreitung des hochansteckenden Virus. Vor allem Geflügelhaltungen in den Flugwegen der Wildvögel stehen unter einem hohen Infektionsdruck. „Es gibt akute Infektionsgefahren für viele Vogelarten, insbesondere Wasservögel, Rabenvögel und Greifvögel“, erklärt Agrarministerin Hanka Mittelstädt. Maßnahmen zur Eindämmung sind von großer Bedeutung.
Regionale Maßnahmen zur Eindämmung
Mitte Oktober starben in Brandenburg über 1800 Kraniche an der Vogelgrippe, was die Sorgen und die Anzahl der nötigen Maßnahmen weiter verstärkt hat. In mehreren Landkreisen wurden Aufstallpflichten beschlossen, mit Ausnahme von Oderspreewald-Lausitz. Dort müssen Geflügelhalter ihre Tiere in geschlossenen Ställen oder unter besonderen Schutzvorrichtungen halten, um das Virus fernzuhalten. Währenddessen wird eine landesweite Stallpflicht vorerst als nicht angemessen eingeschätzt, da die brandenburgische Landesregierung auf Freiwilligkeit setzt und die Hygienestandards in den Betrieben erhöhen möchte.
Auch in Nordrhein-Westfalen nehmen die Behörden die Situation ernst. Seit dem 31. Oktober gilt im Kreis Wesel und im Kreis Kleve eine Stallpflicht, um die weitere Verbreitung des Virus zu verhindern. In Kleve wurde das Virus bereits in einem Geflügelbetrieb nachgewiesen, wo 19.000 Puten getötet wurden. Fertiggestellt wurden bereits Reinigungen und Desinfektionen der Stallungen. Auf WDR wird berichtet, dass die Stallpflicht für professionelle und private Geflügelhalter gilt und voraussichtlich mindestens drei Monate bestehen bleibt. Hierbei sind Geflügelschauen und -märkte ebenfalls verboten.
Die Sorgen der Geflügelhalter
Die Situation führt bei vielen Geflügelhaltern zu Unsicherheit und Besorgnis. Der Kreis Wesel vermeldet, dass circa 3.000 Betriebe mit rund 600.000 Tieren betroffen sind. „Wir raten den Geflügelhaltern zur freiwilligen Aufstallung“, so der Leiter des Veterinärdienstes des Kreises Höxter. Ob eine verbindliche Stallpflicht notwendig wird, hängt vom Fortgang des Geschehens ab.
Die Vogelgrippe ist eine ernsthafte Bedrohung für die Geflügelwirtschaft in Deutschland. Das hochansteckende Virus kann schnell von Wildvögeln auf Nutztiere übertragen werden, weshalb die Einhaltung strenger Hygieneregeln und Schutzmaßnahmen für die Geflügelhalter von größter Relevanz ist. Die kommenden Wochen werden entscheidend sein, um die Ausbreitung der Geflügelpest zu kontrollieren. Die Vorbeugung und ein gutes Händchen in der Haltung sind essenziell, um die Gesundheit der Tiere zu schützen und die Geflügelproduktion in der Region sicherzustellen.